Bildung, wissenschaftliche Zusammenarbeit und kultureller Austausch werden als Instrumente des Dialogs auf dem ersten Internationalen Forum der islamischen Zivilisation präsentiert, während Wissenschaftler und Beamte in Usbekistan zusammenkommen, um die Rolle des islamischen Erbes in aktuellen globalen Debatten zu diskutieren.

Mehr als 450 Wissenschaftler, Religionsführer, Diplomaten und Forscher aus mehr als 50 Ländern nehmen an dem fünftägigen Forum teil, das in Taschkent, Samarkand und Termez stattfindet.

Die vom Zentrum für Islamische Zivilisation in Usbekistan organisierte Veranstaltung konzentriert sich auf den Beitrag der islamischen Zivilisation zu Wissenschaft, Bildung und intellektuellem Leben sowie auf neue Formen der internationalen akademischen Zusammenarbeit.

In einer Botschaft bei der Eröffnungszeremonie sagte Usbekistans Präsident Shavkat Mirziyoyev, dass die Welt eine Zeit tiefgreifender Veränderungen durchlebe, die von Konflikten, Misstrauen, Extremismus und Islamfeindlichkeit geprägt sei.

Er sagte, Wissenschaft, Bildung, Kultur und gemeinsame moralische Werte seien weiterhin wesentliche Grundlagen für Frieden, Dialog und nachhaltige Entwicklung.

Bildung statt Spaltung

Für die Organisatoren besteht eines der zentralen Ziele des Forums darin, Vorstellungen, die den Islam mit Gewalt oder Extremismus in Verbindung bringen, durch die Hervorhebung jahrhundertelanger Wissenschaft und wissenschaftlicher Errungenschaften in Frage zu stellen.

„Der Hauptzweck dieses Forums besteht darin, erneut den Beitrag muslimischer Gelehrter zur Weltzivilisation zu demonstrieren und zu zeigen, dass der Islam immer Wissen, Bildung und Humanismus gefordert hat“, sagte Rustam Jabborov, wissenschaftlicher Sekretär des Zentrums für islamische Zivilisation in Usbekistan, gegenüber Euronews.

„Islam mit Gewalt oder Extremismus in Verbindung zu bringen, widerspricht seiner wahren Natur.“

Ein wissenschaftliches Erbe, das noch immer die moderne Welt prägt

Die Diskussionen legen besonderen Wert auf das Erbe von Wissenschaftlern aus Zentralasien, deren Arbeit Mathematik, Astronomie, Medizin und Philosophie verändert hat.

Für Dr. Salem bin Mohammed Al-Malik, Generaldirektor der Islamischen Weltorganisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (ICESCO), ist dieser Einfluss auch heute noch spürbar.

„KI könnte ohne die von Al-Khwarizmi festgelegten Prinzipien nicht existieren. Ohne Ulugh Beg und Al-Biruni wäre die Astronomie nicht da, wo sie ist. Wir müssen stolz auf unsere islamischen Gelehrten sein.“

Das Forum untersucht außerdem, wie künstliche Intelligenz dabei helfen kann, Manuskripte zu bewahren, zu katalogisieren und zu studieren, sowie umfassendere Initiativen zur Ausweitung des akademischen Austauschs und internationaler Forschungspartnerschaften.

Wissenschaft in einer modernen Welt

Abdul-Ati Al-Sharqawi, Vorstandsvorsitzender der Science Foundation for the Revival of Heritage and Digital Services in London und Kairo, sagte, dass das wissenschaftliche Erbe Usbekistans weit über seine Grenzen hinausreicht.

„Dieses Land exportierte früher großartige Wissenschaft, Literatur und Kreativität in die ganze Welt“, sagte er.

Laut Al-Sharqawi haben Forscher fast 100.000 Manuskripte von Wissenschaftlern aus Transoxiana identifiziert, die heute in Bibliotheken auf der ganzen Welt aufbewahrt werden, während immer wieder neue Entdeckungen gemacht werden.

Türkiyes stellvertretender Vorsitzender der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AK-Partei), Kürşad Zorlu, bezeichnete das Forum als ein weiteres Zeichen für die wachsende Rolle Usbekistans in der islamischen und türkischen Welt.

„Heute ist Usbekistan die Heimat einer sehr wichtigen Organisation für die türkische und islamische Welt. Wir sehen, dass die in den letzten zehn Jahren durchgeführten Reformen von dieser wichtigen Institution gekrönt werden“, erklärte er.

„Mit seiner Stärke aus mehr als 3.000 Jahren Geschichte hat sich Usbekistan mittlerweile zu einem der wichtigen Zentren der islamischen Zivilisation entwickelt. In diesem Sinne ist Usbekistan für die Türkiye von großer Bedeutung.“

Das Programm läuft bis zum 10. Juli. Von den Teilnehmern wird erwartet, dass sie mehr als 70 Gemeinschaftsinitiativen vorstellen, an denen Universitäten, Museen, Forschungseinrichtungen und internationale Organisationen beteiligt sind.

Auf der Tagesordnung stehen außerdem die geplante Verabschiedung der Taschkent-Erklärung und Diskussionen über die künftige Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Manuskriptbewahrung, Bildung und digitale Technologien.

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