„Wir werden fair sein“
Iranischer Außenminister spottet über Trump
Aktualisiert am 14.07.2026 – 00:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Der US-Präsident kündigt eine Maut für die Durchfahrt der Straße von Hormus an. Doch die Meerenge kontrollieren die USA gar nicht. Der Iran reagiert auf seine Art.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat sich über die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump lustig gemacht, künftig eine Abgabe in Höhe von 20 Prozent auf alle durch die Straße von Hormus transportierten Güter zu erheben. Wer für eine sichere Durchfahrt von Handelsschiffen sorge, „sollte entschädigt werden“, erklärte Araghtschi in Onlinediensten.
Damit spielte er wohl auf schon früher geäußerte Pläne Teherans an, künftig selbst eine Gebühr für die Schiffspassage zu verlangen. Der Spott Araghtschis ließ nicht lange auf sich warten. „20 Prozent sind natürlich zu viel – wir werden fair sein“, fügte er hinzu.
Kurz nach dem Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar hatte Teheran die für den Transport von Öl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormus de facto gesperrt und damit die Energiepreise in aller Welt in die Höhe schnellen lassen. Später verkündete Trump dann seinerseits eine Blockade iranischer Häfen.
Iran will mit Einnahmen Kriegsschäden bezahlen

In den ins Stocken gekommenen Verhandlungen mit den USA über eine dauerhafte Friedenslösung hatte Teheran immer wieder die Erhebung einer Gebühr für Frachtschiffe ins Spiel gebracht, die die Meerenge durchqueren. Mit den Einnahmen wollte der Iran die Kriegsschäden bezahlen.
Die USA hatten die Erhebung einer solchen Gebühr durch den Iran immer wieder als inakzeptabel bezeichnet. In den vergangenen Wochen hatte Trump zudem immer wieder betont, die Durchfahrt der Straße von Hormus müsse ohne Gebühr möglich sein. In einem Rahmenabkommen zwischen Teheran und Washington Mitte Juni war ebenfalls noch von einer „sicheren und unentgeltlichen Durchfahrt“ die Rede gewesen.
In einem überraschenden Schritt kündigte Trump am Montag nun aber selbst eine Mautgebühr für die der Meerenge durch die USA an. „Wir werden uns dafür bezahlen lassen, die Straße zu bewachen – und zwar eine ganze Menge Geld“, sagte er in einem Telefoninterview mit dem US-Sender Fox. Damit sollten die Kosten beglichen werden, die den USA „in diesem sehr unsicheren Teil der Welt“ entstünden, wie der US-Präsident später bei Truth Social schrieb.
Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus war jedoch erst durch den von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran zum Erliegen gekommen. Davor hatte es keinerlei Sicherheitsprobleme in der Meerenge gegeben.










