Konsequenzen für trans Frauen
IOC verlangt Geschlechtertest von Sportlerinnen
Aktualisiert am 26.03.2026 – 14:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Teilnahme von trans Frauen an sportlichen Wettkämpfen für Frauen wurde in den vergangenen Jahren heiß diskutiert. Nun hat das IOC eine Entscheidung getroffen.
Alle Sportlerinnen sollen sich nach dem Willen des Internationalen Olympischen Komitees künftig Geschlechtertests unterziehen, um an internationalen Frauen-Wettbewerben teilnehmen zu dürfen. Trans Frauen soll ein Start in der Frauenkategorie künftig untersagt sein, wie das IOC mitteilte. Es wird erwartet, dass weitere Sportverbände nachziehen.
Die neue Richtlinie ist das Ergebnis einer von IOC-Präsidentin Kirsty Coventry eingesetzten Arbeitsgruppe zum „Schutz der Frauen-Kategorie“.
Auslöser für die verschärfte Politik der olympischen Dachorganisation war unter anderem der Wirbel um Wettbewerbe im Frauen-Boxen bei den Sommerspielen in Paris 2024. Im Zentrum der Geschlechterdebatte standen die Olympiasiegerinnen Imane Khelif und Lin Yu-ting. Beide waren zuvor vom Weltverband Iba von der WM ausgeschlossen worden, da sie auf der Basis eines nicht näher erklärten Geschlechtertests angeblich die Teilnahme-Kriterien nicht erfüllt hatten. Zudem hatte es bei Olympia 2021 bereits Diskussionen um die transgeschlechtliche Gewichtheberin Laurel Hubbard aus Neuseeland gegeben.
Bei Olympia durften beide starten. Der damalige IOC-Präsident Thomas Bach sagte unter Verweis auf die damals geltenden Regeln: „Es bestand nie ein Zweifel daran, dass sie Frauen sind.“ Khelif betonte zuletzt auch: „Ich bin keine Transsexuelle, ich bin ein Mädchen.“ Trans Menschen sind Personen, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde.
Khelif kündigte bereits vor der Neuregelung des IOC an, sich vor Olympia 2028 in Los Angeles einem Geschlechtertest zu unterziehen. Laut der neuen IOC-Richtlinie müssen Athletinnen nur einmal den Test vornehmen lassen, sofern es keine Zweifel am Ergebnis gibt. Danach seien sie dauerhaft für Wettbewerbe zugelassen, hieß es.
Zuletzt war der schwedische Buckelpistenfahrer Elis Lundholm in Italien als erster offen als trans Mann lebender Athlet bei Winterspielen an den Start gegangen – in der Frauen-Konkurrenz. Bei seiner Geburt war ihm das weibliche Geschlecht zugewiesen worden. Seit vielen Jahren identifiziert er sich allerdings als Mann.
Eine juristische Änderung des Geschlechtseintrags hatte er aber nicht vornehmen lassen, ebenso wenig medizinische Maßnahmen zur geschlechtsangleichenden Behandlung. Daher wurde er vom schwedischen Verband für das Frauenteam nominiert, das IOC erlaubte seine Teilnahme.










