„Ist das unbedingt schlecht?“

Kontroverse um Trinkpause: Infantino reagiert eindeutig

23.06.2026 – 22:06 UhrLesedauer: 2 Min.

Trinkpausen bei der WM sorgen für Diskussionen. (Quelle: Matt Slocum/AP/dpa/dpa-bilder)

Fifa-Chef Gianni Infantino stellt sich hinter die obligatorischen Spielunterbrechungen bei der WM. Dabei räumt er auch mit einem Vorwurf auf, der die Debatte befeuert.

Bei der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada unterbricht der Schiedsrichter in jeder Halbzeit nach 22 Minuten das Spiel für drei Minuten – und das unabhängig von der Temperatur. Fifa-Präsident Gianni Infantino hat diese Regelung verteidigt und einen zentralen Kritikpunkt zurückgewiesen.

Das Modell entstand aus Sorge um die Belastung der Spieler wegen der teils großen Hitze. Damit alle Teams unter gleichen Bedingungen spielen, werden auch Partien in klimatisierten Stadien unterbrochen. Das hat Kritik ausgelöst – in einigen Stadien gab es bei den Unterbrechungen bereits Pfiffe.

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Dazu kommt der Vorwurf, die Pausen würden für zusätzliche Werbemöglichkeiten zweckentfremdet. Infantino wies das zurück: Die Fifa erziele durch die Werbepausen keine zusätzlichen Einnahmen, da die Verträge bereits vor Einführung der neuen Regel abgeschlossen worden seien.

Trinkpause? Laut Infantino steigt die Qualität

Der Fifa-Präsident sieht in den Pausen einen sportlichen Mehrwert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP sagte er im Interview mit SNTV: „Vielleicht kann der Trainer bestimmte Situationen neu bewerten und bestimmte Fehler korrigieren. Die Spieler bekommen eine kleine Verschnaufpause und kommen dann wieder mit voller Kraft zurück. Nun, ist das unbedingt schlecht? Vielleicht ist es sogar gut.“ Auch die Spielqualität profitiere, so der 56-Jährige: „Wir haben noch nie erlebt, dass 90 Minuten in einem Turnier wie diesem mit einer solchen Intensität gespielt wurden.“

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Eine einheitliche Regelung hält Infantino für unerlässlich. „Wenn wir Trinkpausen nur in den Spielen einlegen würden, in denen es zu heiß ist, und nicht in den anderen, würden wir einigen Trainern oder Mannschaften einen Vorteil oder Nachteil verschaffen“, erklärte er. Die Fifa werde die Erfahrungen aus dem Turnier auswerten und dann über den künftigen Umgang mit der Regelung entscheiden.

Anders handhaben es Uefa und DFL: In der 1. und 2. Bundesliga sowie in europäischen Wettbewerben gibt es weiterhin keine generell angesetzten Trinkpausen – dort wird je nach Wetterlage entschieden.

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