„Unbequeme Wahrheiten“
Darum will keiner Ihre Immobilie kaufen
Aktualisiert am 20.05.2026 – 15:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Wer sein Haus oder seine Wohnung verkaufen möchte, muss den Wert der eigenen Immobilie kennen. Experten zufolge machen viele genau da einen großen Fehler.
Die Preise für Immobilien sind 2025 wieder gestiegen, doch das könnte sich durch den Iran-Krieg bald ändern. Im ersten Quartal gab es Hinweise darauf, dass die steigende Inflation durch höhere Energiepreise erneut zu einer Zurückhaltung am Immobilienmarkt führen könnte. Das ist für Eigentümer keine gute Nachricht. Wer jetzt sein Haus oder seine Wohnung verkaufen möchte, muss sich auf geringere Erlöse einstellen als noch vor einem Jahr.
Eigentümer müssen „unbequeme Wahrheiten“ kennenlernen
Das haben aber noch nicht alle Eigentümer verstanden, wie die beiden Immobilienexperten Lisa Calin und Achim Franke vom Unternehmen Immopro feststellen. Demnach überschätzen viele Besitzer den Wert der eigenen Immobilie deutlich.
Das Problem daran: Wer zu hoch einsteigt und nicht in kurzer Zeit einen Käufer findet, bekommt schnell den Stempel der schwer vermittelbaren Immobilie aufgedrückt. Potenzielle Interessenten seien dann von längeren Standzeiten abgeschreckt, obwohl die Immobilie in Ordnung ist, so die Analyse der beiden Profis.
Lisa Calin zufolge vergleichen viele Eigentümer ihre Immobilie mit anderen in der Nachbarschaft, die vor ein paar Jahren verkauft wurden. „Viele haben noch die Kaufpreise von 2020 bis 2022 im Kopf – doch der Markt 2026 hat sich deutlich verändert“, warnt sie. „Wir haben die Aufgabe, Eigentümern auch unbequeme Wahrheiten aufzuzeigen, insbesondere, wenn deren Preisvorstellungen nicht der Marktrealität entsprechen.“
Deshalb sollten Eigentümer ihre Immobilie mit aktuellen Zahlen am Markt vergleichen und dabei primär Objekte ins Visier nehmen, die sich in den Merkmalen generell ähneln. Besonders wichtig für die Bewertung der eigenen Immobilie seien folgende Faktoren:
- Lage
- Infrastruktur und Anbindung
- Energieeffizienz und Sanierungsstand
- Besondere Objektmerkmale
Energieeffizienz ist entscheidend
Nicht zu unterschätzen sei insbesondere die Energieeffizienz, die seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs stetig an Bedeutung gewinnt. „Früher galt: Lage, Lage, Lage – heute lautet die Devise: Lage, Lage, Energieeffizienz“, sagt Calin. Besonders jüngere Käufer achteten darauf.
Die Energieeffizienzklasse
Die Energieeffizienzklasse sagt aus, wie viel Energie das Gebäude pro Quadratmeter im Jahr (m²a) verbraucht. Die Klasse A+ gibt es für Niedrig- und Nullemissionsgebäude, die weniger als 30 kWh/m²a verbrauchen. Für Gebäude, die weniger als 100 kWh/m²a verbrauchen, gibt es die Klassen A, B und C. Die Energieklasse D wird bei 100 bis 130 kWh/m²a vergeben, bis 160 kWh/m²a gibt es Energieklasse E. Die Klassen F und G werden bei 160 bis 250 kWh/m²a vergeben. Gebäude, die noch mehr als das verbrauchen, werden in Klasse H eingestuft.










