Tragödie auf den Gleisen
ICE erfasst Arbeiter – Polizei prüft Geschehen
Aktualisiert am 26.10.2026 – 09:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Sechs Gleisarbeiter sind in Nordrhein-Westfalen im Einsatz – die Nacht endet tragisch. Für einen Mann kommt jede Hilfe zu spät.
Ein ICE hat in Essen zwei Gleisarbeiter erfasst. Einer der Mitarbeiter kam dabei ums Leben, sein Kollege wurde schwer verletzt, wie die Feuerwehr Essen mitteilte. Der Mann schwebe nicht in Lebensgefahr, teilte ein Polizeisprecher t-online mit.
Der Unfall ereignete sich am Sonntagabend im Essener Stadtteil Katernberg. Gegen 23 Uhr wurde die Feuerwehr zu dem Unfall im Bereich der Grundstraße gerufen. Nach ersten Erkenntnissen waren insgesamt sechs Gleisarbeiter auf dem Streckenabschnitt beschäftigt, als zwei von ihnen von dem ICE erfasst wurden. „Für eine der beiden Personen kam jede Hilfe zu spät“, teilte die Feuerwehr mit. Die Einsatzkräfte konnten nur noch den Tod feststellen.
Den schwer verletzten Kollegen rettete die Feuerwehr mithilfe einer Drehleiter aus dem Gleisbereich. Auf der Straße übergaben ihn die Einsatzkräfte an den Rettungsdienst, der ihn anschließend in ein Krankenhaus brachte.
Polizei: Prüfen, ob Vorschriften eingehalten wurden
Drei Notfallseelsorger waren vor Ort und betreuten unter anderem den Lokführer des ICE. Ein Hubschrauber der Bundespolizei erkundete die Einsatzstelle aus der Luft; der Feuerwehreinsatz dauerte nach eigenen Angaben etwa zwei Stunden.
Dem Polizeisprecher zufolge waren die Arbeiter mit Grünschnittarbeiten am Gleis beschäftigt. Wie es genau zu dem Unglück kam, ist bislang unklar. Die Ermittlungen laufen. Man müsse prüfen, ob alle Vorschriften eingehalten wurden oder ob es etwa ein fahrlässiges Verhalten seitens der Mitarbeiter gab. Ob die Arbeitenden Angestellte der Deutschen Bahn waren, könne man nicht sagen, sagte ein Bahnsprecher auf t-online-Anfrage.

ICE-Unfall in Essen: Bahn warnt vor Verspätungen
Der Unfall hatte auch am Montagmorgen Folgen. Nach Angaben der Deutschen Bahn werden einzelne Fernzüge zwischen Gelsenkirchen und Duisburg umgeleitet. Dadurch kommt es zu Verspätungen von etwa 20 Minuten.
Betroffen sind ICE-Verbindungen von Berlin über Hannover und Hamm nach Düsseldorf beziehungsweise Köln sowie von Hamburg über Dortmund oder Essen und Köln nach Frankfurt am Main. Auch IC-Züge zwischen Norddeich, Emden, Münster, Düsseldorf und Köln sind betroffen.
Die Bahn empfiehlt Reisenden, ihre Verbindung vor der Abfahrt auf bahn.de oder im DB Navigator zu überprüfen.