Polizei bedauert Veröffentlichung
„Motten und tote Ratten“: Riesen-Ärger in Polizeiwache
Aktualisiert am 23.04.2026 – 06:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Tote Ratten auf dem Boden, Motten in den Schränken, Stromkabel mit Paketklebeband gesichert – ausgerechnet in einer Brennpunkt-Polizeiwache. Die Gewerkschaft schlägt Alarm.
Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat den Zustand einer Polizeiwache im Bezirk Mitte öffentlich angeprangert. In den Räumen des Regionalabschnitts Friedrichstraße seien tote Ratten entdeckt worden, Motten flatterten durch Schränke, Stromkabel hingen frei aus der Wand, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung.
Die Wache ist zuständig für Gebiete wie den Görlitzer Park und das Kottbusser Tor – zwei der bekanntesten Kriminalitätsschwerpunkte der Hauptstadt. Personalratsvizechef Thorsten Schleheider schilderte die Missstände im Detail: Wegen Platzmangels müssten Monitore auf Fensterbänken abgestellt werden, im Pausenraum stünden kaputte Möbel. Seit neun Monaten warte man auf eine sicherheitsrelevante Scheibe, weshalb Teile der Wache nicht nutzbar seien. Das verschärfe die Situation, denn die Wache sei zuletzt personell aufgestockt worden.
Bei laufenden Umbauarbeiten sei ein behindertengerechter Zugang vergessen worden. Schleheider warnte: „Wenn Motten aus dem Schrank flattern und tote Ratten auf dem Boden liegen, ein Stromschlag praktisch eine Frage der Zeit ist, kann das keiner einfach wegatmen.“
Besonders empörte ihn ein Vorschlag der Verantwortlichen: Da sich keine Handwerksbetriebe fänden, sollten die Beamten die Wände selbst streichen. „Wir reden über den wohl am stärksten belasteten Polizeiabschnitt unseres Landes“, sagte Schleheider. „Aber die Raketenwissenschaftleridee besteht darin, dass unsere Kollegen dann auch noch selbst malern sollen, um Geld und Zeit zu sparen.“
Die Polizei Berlin nahm zu den Vorwürfen Stellung. Pressesprecher Florian Nath sagte, die Kritik am Bauzustand werde ernst genommen. Die Dienststelle befinde sich nach rund 15 Jahren Wartezeit „buchstäblich auf den letzten Metern des entscheidenden Teilabschnitts einer umfassenden Sanierungs- und Umbauphase“. Ziel sei eine „moderne und funktionale Dienststelle“. Die frei hängenden Kabel führten keinen Strom mehr, die abgestellten Monitore stellten keine regulären Büroarbeitsplätze dar. „Auch vor diesem Hintergrund bedauern wir, dass kurz vor Abschluss der Maßnahmen lang bekannte bauliche Defizite erneut als aktuelle Entwicklung hervorgehoben und skandalisiert werden“, sagte Nath der „B.Z.“











