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Home » Forscher lösen Erdbebenserie in den Alpen aus
Panorama

Forscher lösen Erdbebenserie in den Alpen aus

MitarbeiterBy MitarbeiterApril 23, 2026
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Forscher lösen Erdbebenserie in den Alpen aus

Projekt „Angst“ gestartet

Forscher lösen Erdbeben-Serie in den Alpen aus


Aktualisiert am 23.04.2026 – 19:16 UhrLesedauer: 3 Min.

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Forscher beim Projekt „Fear“ (Archivbild): Über Schläuche wird Wasser zwischen Gesteinsschichten gepresst, um künstliche Erdbeben auszulösen. (Quelle: BedrettoLab/ETH Zürich/dpa)

Die Alpen beben – weil Wissenschaftler mit steigendem Druck Wasser in eine natürliche Verwerfungszone pumpen. Das Projekt „Fear“ läuft.

Wissenschaftler lösen aktuell eine Serie von Mini-Erdbeben in den Alpen aus. „Wir sind gerade voll dabei“, sagte Projekt-Koordinator Men-Andrin Meier am Donnerstag t-online. Das Experiment sei am Mittwochmittag gestartet.

Im Schweizer Kanton Tessin pressen die Fachleute von der ETH Zürich Wasser in eine dicht mit Instrumenten ausgestattete, natürliche Verwerfungszone, die sie mit einem Tunnel erschlossen haben. „Das Team beginnt mit der Einleitung von Wasser bei niedrigem Druck und erhöht diesen schrittweise“, hatten die Forscher bereits im Vorfeld angekündigt. Der Prozess werde rund um die Uhr laufen und in Echtzeit überwacht.

Das Projekt trägt den Namen „Fear“, die Abkürzung steht für „Fault Activation and Earthquake Rupture“ („Verwerfungsaktivierung und Erdbebenbruch“). Im Idealfall finden die Wissenschaftler Muster im Verhalten des Gesteins, die Erdbebenvorhersagen künftig möglich machen.

„Fear“ bedeutet auf Deutsch „Angst“. Aber Schäden müssen die Menschen im Tessin den Forschern zufolge nicht fürchten. Das Ziel sei, ein schwaches Beben mit der Magnitude 1 auszulösen, heißt es: Ein solcher Erdstoß wäre an der Oberfläche nicht zu spüren. Um auf der Erde etwas zu merken, müsste das Beben Men-Andrin Meier zufolge 200-mal so stark sein.

Dass bei dem Experiment versehentlich ein größeres Beben ausgelöst wird, sei sehr unwahrscheinlich. „Wir befinden uns nur in gut einem Kilometer Tiefe, dort sind die Spannungen im Gestein in der Regel nicht groß genug für stärkere Beben“, erklärte Projekt-Koordinator Meier der Deutschen Presse-Agentur. Die Forschenden rechnen mit einem Beben, bei dem sich das Gestein um ein oder zwei Millimeter an einer Bruchlinie von bis zu 100 Metern bewegt. Sollte unerwartete Aktivität im Gestein auftreten, könne das Experiment jederzeit abgebrochen werden, hieß es.

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