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Home » Gesundheitsreform: Harte Kritik an Nina-Warken-Entwurf
Politik

Gesundheitsreform: Harte Kritik an Nina-Warken-Entwurf

MitarbeiterBy MitarbeiterApril 17, 2026
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Gesundheitsreform: Harte Kritik an Nina-Warken-Entwurf

Kritik an Warken-Entwurf

„Diese Reform ist zutiefst unmoralisch“


17.04.2026 – 11:02 UhrLesedauer: 3 Min.

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Nina Warken (CDU): Die Pläne der Gesundheitsministerin stehen in der Kritik – auch in der eigenen Koalition. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Wie bekommt die Politik die Gesundheitskosten unter Kontrolle? Ministerin Nina Warken hat einen Sparplan vorgelegt. Kritik daran gibt es nicht nur vom politischen Gegner.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat geliefert: Nachdem die Fachkommission Ende März 66 Ideen präsentiert hat, wie sich die Finanzmisere der gesetzlichen Krankenkassen lösen ließe, hat Warken am Donnerstag einen Gesetzentwurf vorgelegt. Er enthält schon bekannte Härten wie die Einschränkung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern, aber auch einige Überraschungen: Gutverdiener etwa sollen künftig mehr beitragen.

Um 19,6 Milliarden Euro will die Gesundheitsministerin mit ihrer Reform die gesetzliche Krankenversicherung schon im nächsten Jahr entlasten, was über die bestehende Lücke von 15 Milliarden Euro hinausgehen würde. An dem Gesetzentwurf, der nun erst einmal den anderen Ministerien zur Beurteilung zugeschickt worden ist, gibt es allerdings schon jetzt breite Kritik.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, Janosch Dahmen, kritisiert ihn als unausgewogen. „Der Referentenentwurf zeigt vor allem eines: Die Bundesregierung hat sich entschieden, die Finanzierungslücke der gesetzlichen Krankenversicherung nicht strukturell zu lösen, sondern sie innerhalb des Systems zulasten von Beschäftigten und Betrieben umzuverteilen“, sagte Dahmen t-online. „Statt die großen Kostenhebel zu nutzen – etwa die Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Steuermitteln oder eine konsequente Begrenzung der Arzneimittelkosten – werden Versicherte Schritt für Schritt stärker belastet.“

Dahmen sagte, der Entwurf folge einem Muster: „Schonungslos gegenüber denjenigen, die das System durch ihre Beiträge tragen – zurückhaltend gegenüber denjenigen, die von ihm jedes Jahr in Milliardenhöhe profitieren. Dabei hätte die Ministerin bei konsequenter Umsetzung der Empfehlungen ihrer eigenen Expertenkommission die Beiträge im kommenden Jahr sogar senken können.“

Problematisch sei besonders, dass präventive und strukturelle Maßnahmen fehlten, sagte Dahmen. „Wer wirksame Prävention durch höhere Abgaben auf Tabak, Alkohol und Zucker ausspart, gleichzeitig aber beim Kinderkrankengeld und bei Familienleistungen kürzt, Zuzahlungen erhöht und die Beitragsbemessungsgrenze anhebt, nimmt einseitig Bürgerinnen und Bürger in die Pflicht.“

Für den gesundheitspolitischen Sprecher der Linken, Ates Gürpinar, ist die Reform eine Mogelpackung. „Wer sich von dem groß angekündigten Reformprojekt von Nina Warken Stabilisierung erhofft, wird brutal enttäuscht“, sagte Gürpinar t-online. „Die Reform ist eine Mogelpackung: Es gibt steigende Beiträge, mehr Belastung und eine schleichende Verschlechterung der Versorgung.“ Das Menschenrecht Gesundheitsfürsorge werde „zu einem teuren Privileg umreformiert“.

Gürpinar weiter: „Diese Reform ist nicht nur ungerecht, sondern auch zutiefst unmoralisch.“ Der Profit werde über die Menschen gestellt. „Besonders absurd wirkt die Mini-Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze.“ Damit werde „nur kosmetisch nachjustiert, während gleichzeitig kräftig bei denen abkassiert wird, die nicht so viel haben“. Die langfristigen Folgen seien längere Wartezeiten, weniger Personal und mehr Druck im System. „Kurz gesagt: eine schlechtere Versorgung für mehr Geld.“

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