Umstrittenes Projekt in der Nordsee
Niederländer weiten Gasförderung vor Borkum aus
Aktualisiert am 08.04.2026 – 14:44 UhrLesedauer: 3 Min.
Der niederländische Energiekonzern One-Dyas will die Gasförderung vor Borkum ausweiten. Dagegen klagen Umweltschützer.
Die umstrittene Gasförderung in der Nordsee nahe der Insel Borkum ist nach Angaben des Energiekonzerns One-Dyas ausgeweitet worden. Wie das niederländische Unternehmen mitteilte, wird inzwischen von der bestehenden Bohrplattform Gas aus einer zweiten Bohrung gefördert. Bisher lag die jährliche Gasproduktion demnach mit der ersten Förderbohrung bei rund 700 Millionen Kubikmetern. Durch die zweite Bohrung steige die Leistung nun auf etwa eine Milliarde Kubikmeter Erdgas pro Jahr. Damit sei ein weiterer Schritt zur vollständigen Ausschöpfung der Plattformkapazität gemacht worden, teilte One-Dyas mit.
Die Erdgasplattform vor Borkum, die etwa 20 Kilometer vor der Insel in der Nordsee liegt, soll im Regelbetrieb etwa zwei Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr produzieren – das soll laut One-Dyas voraussichtlich im vierten Quartal 2026 „noch vor Beginn des Winters“ so weit sein. Diese Menge entspreche 7 Prozent des niederländischen und 2,5 Prozent des deutschen Gasbedarfs. One-Dyas hat aber noch weitere Felder in der Nähe im Blick. Das Gesamtvolumen des sogenannten GEMS-Gebietes, das sich auf niederländischem und deutschem Gebiet erstreckt, wird auf 50 Milliarden Kubikmeter geschätzt.
Aktuell werde das dritte Bohrloch gebohrt, teilte eine Sprecherin von One-Dyas mit. Ob und wie viele weitere Bohrungen noch folgen sollen, um die Förderleistung von zwei Milliarden Kubikmetern jährlich zu erreichen, stehe bislang nicht fest. Dies hänge von technischen und geologischen Faktoren ab, hieß es. Die zweite Förderbohrung aus dem Gasfeld N05-A sei bereits an dem Wochenende vor Ostern in Betrieb gegangen, teilte die Sprecherin weiter mit.
Durch die zweite Bohrung geht die Erdgasförderung nun laut dem Unternehmen von der Anlaufphase zu einer erweiterten Produktion über. „Mit der Ausweitung der Produktion aus N05-A erhöhen wir die Versorgung mit lokal gefördertem Erdgas mit den geringsten Emissionen“, sagte One-Dyas-Chef Chris de Ruyter van Steveninck in einer Mitteilung. „Dies entspricht dem Ziel der niederländischen Politik für kleine Felder: Die bestehende Nachfrage soll so weit wie möglich mit heimischem Erdgas gedeckt werden.“
