Selbstbehandlung
Furunkel selbst ausdrücken – ja oder nein?
Aktualisiert am 12.08.2026 – 08:45 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein Furunkel sieht aus wie ein riesiger Pickel. Betroffene möchten es mitunter am liebsten aufstechen und ausdrücken. Doch das kann ernste Folgen haben.
Hinter einer schmerzhaften, eitrigen, kirschkern- bis walnussgroßen Schwellung kann sich ein Furunkel verbergen. Dann haben Bakterien an einem Haarfollikel eine Entzündung ausgelöst – also dort, wo ein Haar in der Haut verankert ist.
Anders als bei einem herkömmlichen Pickel beschränkt sich die Entzündung bei einem Furunkel nicht auf die oberste Hautschicht, sondern umfasst auch tiefere Schichten. Innerhalb von Stunden bis Tagen bildet sich ein mit Eiter gefüllter Hohlraum, ein Abszess, sodass das Furunkel zunächst immer größer wird. In vielen Fällen öffnet es sich schließlich spontan und heilt ab.
Wer ein Furunkel bemerkt, ist möglicherweise versucht, dieses einfach aufzustechen und auszudrücken. Aber ist das Aufstechen wirklich eine gute Idee?

Furunkel nicht selbst aufstechen
Die Antwort lautet: nein. Furunkel sollten Betroffene nicht selbst aufstechen und ausdrücken. Andernfalls kann sich die Entzündung verschlimmern.
- Lesen Sie auch: Was Hausmittel gegen Furunkel nützen
Ein Furunkel entsteht durch Bakterien, meist durch die Art Staphylococcus aureus. Insbesondere Personen mit einem geschwächten Immunsystem sind gefährdet. Wer versucht, ein Furunkel auszudrücken und/oder aufzustechen, könnte weitere Erreger in die Hautstelle bringen. Zudem kann sich die Entzündung über das Blut- oder Lymphsystem weiter ausdehnen. Fachleute sprechen dann von einer Lymphangitis. Ausgehend von dem Furunkel ist dann ein roter Streifen zu erkennen. Zudem können die umliegenden Lymphknoten schmerzen.
Im ungünstigsten Fall breiten sich die Erreger durch das Aufstechen oder Ausdrücken über das Blut im ganzen Körper aus und führen zu einer Sepsis („Blutvergiftung“). Dies kommt zwar nur selten vor, ist dann jedoch lebensbedrohlich. (Mehr zum Thema Sepsis lesen Sie hier.)
Besondere Vorsicht ist bei Furunkeln im Bereich des Gesichts geboten. Wer etwa ein Furunkel im Bereich der Nase oder der Oberlippe aufstechen will, riskiert, dass sich die Erreger bis ins Gehirn ausbreiten. Was dann passieren kann, lesen Sie im Artikel „Wann ein Furunkel im Gesicht gefährlich werden kann„.
Furunkel nur von Fachperson aufstechen lassen
Wer ein Furunkel hat oder glaubt, eines zu haben, sollte sich an eine Ärztin oder einen Arzt wenden. Denn zum einen kann nur eine Fachperson sicher beurteilen, ob es sich tatsächlich um ein Furunkel oder um eine andere behandlungsbedürftige Krankheit handelt. Zum anderen lässt sich das Risiko für mögliche Komplikationen durch eine professionelle Behandlung deutlich senken.











