SPD-Vorstoß in NRW

Hundeführerschein: Halter sollen verpflichtenden Kurs absolvieren


15.09.2026 – 18:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Hund blickt in die Kamera (Symbolbild): Die SPD plant in Nordrhein-Westfalen einen "Hundeführerschein" – er soll zwischen 100 und 150 Euro kosten.

Ein Hund blickt in die Kamera (Symbolbild): Die SPD plant in Nordrhein-Westfalen einen Hundeführerschein – er soll zwischen 100 und 150 Euro kosten. (Quelle: IMAGO/David Ebener / fototronik.de/imago)

Ein Hundeführerschein soll laut Vorstellungen der SPD Halter stärker in die Pflicht nehmen. Hundetrainer Martin Rütter unterstützt das Vorhaben.

Neue Hundehalter in Nordrhein-Westfalen sollen künftig einen Hundeführerschein machen, bevor sie ein Tier halten können. Das fordert die SPD-Fraktion in Nordrhein-Westfalen in einem entsprechenden Antrag, der bereits in der kommenden Woche eingebracht werden soll. Der Fraktionsvorsitzende Jochen Ott sagte am Dienstag: „Wir brauchen ein praktikables Konzept, zum Wohl der Hundehalter, aber auch, um Tierheime zu entlasten.“

Rund zwei Millionen Hunde sind derzeit in Nordrhein-Westfalen gemeldet – ein historischer Höchststand. Viele Hundebesitzer seien allerdings nach der Anschaffung eines Tieres mit dem Umgang überfordert. „Was für viele Menschen ein bedeutender Teil ihres Lebens ist, läuft in der Realität nicht immer so reibungslos, wie man es sich wünscht“, erklärte Ott weiter. Den Antrag unterstützt auch Hundetrainer und Moderator Martin Rütter.

Hundebesitzer in NRW: Führerschein soll bis zu 150 Euro kosten

Rütter, der am Montag im Rahmen einer Anhörung im Landtag den Antrag befürworten wird, sagte: „Unsere Befragungen, selbst unter langjährigen Hundebesitzern, zeigen, dass viele Menschen nicht wissen, wie sie mit ihrem Hund richtig umgehen. Die bisherigen Tests reichen nicht aus, um zu erkennen, ob jemand dazu geeignet ist, einen Hund zu halten.“ Der Hundeführerschein, formal Sachkundenachweis genannt, soll Abhilfe schaffen.

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Rütter erwägt unter anderem Wochenendkurse, um den Test abzulegen. Organisiert und veranstaltet werden sollen sie in Tierheimen durch Tierschutzvereine. „Bereits jetzt gibt es ähnliche Kurse für Menschen, die ehrenamtlich mit Tierheim-Hunden Gassi gehen“, erklärt Rütter weiter. SPD-Politiker Ott ergänzt: „Die Kurse sollen zwischen 100 und 150 Euro kosten. Jeder Cent davon soll den Tierheimen zugutekommen.“

Dabei sollen nach der Einführung nicht sofort alle Hundebesitzer einen Kurs absolvieren müssen. Geplant ist ein Stichtag, ab dem jeder, der sich einen neuen Hund anschaffen will, den Nachweis erbringen muss. „Das gilt auch für Hundebesitzer, die sich beispielsweise danach einen zweiten Hund zulegen“, erklärt Rütter das Modell weiter.

Martin Rütter fordert Hundeführerschein – „sonst droht der Kollaps“

Ott betonte, dass es auch in weiteren Landtagsfraktionen Zustimmung für das Konzept gäbe. Er hofft auf eine gemeinsame Abstimmung, unabhängig davon, dass die Opposition den Antrag einbringen würde. „Das wäre ein wichtiges Zeichen, auch um die Menschen vor Gefahren, wie etwa skrupellosen Machenschaften beim Welpenhandel, zu warnen.“

Experten sehen juristische Fragen bei der konkreten Ausgestaltung, etwa bei der Fokussierung auf Tierheime als einzige mögliche Anlaufstellen für die Ausstellung. Am Montag soll im Landtag über das Thema weiter beraten werden. Rütter sieht allerdings keine wirkliche Alternative: „So wie jetzt kann es nicht weitergehen. Dann steht der Tierschutz irgendwann vor dem Kollaps. Auch weil überforderte Hundebesitzer ihre Tiere dann in Tierheime abgeben, weil sie nicht weiterwissen.“

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