Fortuna mit 2:1-Sieg in Münster
Hottmann feiert Last-Minute-Tor: „Dafür beiße ich mich durch“
15.10.2026 – 02:52 UhrLesedauer: 4 Min.
Eric Hottmann schießt Fortuna zum Last-Minute-Sieg in Münster. Danach verrät er, wie krank er eigentlich noch ist – und wie cool er im entscheidenden Moment war.
Am Ende war nur noch Jubel: Fortuna Düsseldorf feiert einen ganz späten, aber nicht unverdienten 2:1-Sieg bei Preußen Münster und beendet zumindest vorerst die Krisendiskussion um Trainer Alexander Ende. Nach dem Treffer von Eric Hottmann in der Nachspielzeit stürmen Spieler, Betreuer und Trainer den Platz und feiern völlig losgelöst vor den mitgereisten Fans.
Mittendrin und voll dabei der Torschütze, der am Wochenende noch krank das Bett hüten musste. Nach seiner Einwechslung wird Hottmann wie schon gegen Duisburg wieder zum Matchwinner für die Fortuna, trifft aus ganz spitzem Winkel. Nach dem Abpfiff erzählt der 26-Jährige, was ihm vor dem Treffer durch den Kopf gegangen und warum er für dieses Tor auch über die eigenen körperlichen Grenzen gegangen ist.
Eric Hottmann, ist Ihnen bewusst, dass Ihr Treffer in der Nachspielzeit vielleicht zugleich die Rettung für den Trainer war?
Eric Hottmann: Über so etwas denke ich gar nicht nach. Ich gebe immer 100 Prozent – egal, was erzählt wird. Mit solchen Themen will ich mich gar nicht beschäftigen. Wir sind ein Team und wollen immer gewinnen. Wir geben immer 100 Prozent. Und wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, dann noch mal mehr.
Bei Ihrem Treffer haben einige die Luft angehalten. Wollten Sie noch einmal abspielen? Wie sahen Ihre Gedanken aus, als sie mit dem Ball fast schon an der Torlinie waren?
Ich wollte ihn nicht direkt schießen, weil ich vom Winkel her kein gutes Gefühl hatte. Der Torwart war schon relativ weit draußen. Ich habe mich dann schnell dafür entschieden, um ihn herumzugehen, weil er rauskommt. Dann macht er aber einen großen Schritt, weshalb ich relativ weit außen bin. Ich habe erst zu Slimani hochgeschaut, der mitgelaufen war. Dann gehen aber sowohl der Torwart als auch Münsters Tikvic einen Schritt nach innen, weil sie genau sehen, dass ich ihn gesucht habe. Diesen kurzen Augenblick habe ich genutzt, um den Ball in die kurze Ecke zu schieben.
Bleiben Sie in dem Moment wirklich so cool, um erst mal zu schauen, was Torwart und Gegenspieler machen? Und wie viel Überzeugung war beim Torschuss dabei?
Es ist das Wichtigste, in so einem Moment ruhig zu bleiben. Ich glaube, wenn du einen Puls von 200 hast, knallst du den Ball sonst wohin, vielleicht übers Tor. Aber ich bin in dem Moment tatsächlich sehr, sehr ruhig und klar im Kopf gewesen. Ich habe die Lücke gesehen und sie genutzt. Es war viel Überzeugung dabei. Ich war mir relativ sicher, dass der Ball reingeht.
War das ein Tor, das in dieser Mannschaft vielleicht nur ein Eric Hottmann macht?
Das will ich nicht behaupten. Wir haben viele gute Fußballer, die einen sehr, sehr feinen Fuß haben. Aber es ist natürlich schön, dass ich zeigen kann, dass ich es auch kann als derjenige, der eher der Brecher sein soll. Ich freue mich einfach sehr, dass ich das Spiel so entscheiden konnte.