„Wie in einem Horrorfilm“
Passagier prügelt hemmungslos auf Flughafenmitarbeiter ein
Aktualisiert am 17.09.2026 – 15:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Flughafenmitarbeiter schließt einen betrunkenen Passagier von einem Flug aus – und der rastet aus. Der Mitarbeiter erleidet mehrere Knochenbrüche.
Am Hauptstadt-Flughafen Berlin-Brandenburg in Schönefeld bei Berlin soll ein 22-Jähriger einen Mitarbeiter des Bodenpersonals krankenhausreif geschlagen haben. Überwachungsvideos, die der „Märkischen Allgemeinen“ und der „Bild“-Zeitung vorliegen, sollen den Vorfall vom 6. September zeigen. Zu sehen ist demnach, wie der junge Mann minutenlang hemmungslos auf den Mitarbeiter einprügelt – auch, als dieser bereits wehrlos am Boden liegt.
Gegen den Mann wurde Haftbefehl wegen versuchten Totschlags gestellt, teilte ein Polizeisprecher t-online mit, nachdem die „Bild“-Zeitung zuvor berichtet hatte. Der Zeitung zufolge wurde er am Dienstag festgenommen.
Auslöser der Gewalt soll eine Entscheidung des 48 Jahre alten Mitarbeiters des Bodenverkehrsdienstleisters Swissport gewesen sein. Dieser habe dem 22-jährigen Mann aus Estland kurz vor dem Abflug einer Air-Baltic-Maschine nach Tallinn mitgeteilt, dass er nicht an Bord dürfe, so die „Märkische Allgemeine“ (MAZ) unter Berufung auf die Polizei. Ein Polizeisprecher teilte t-online mit, der leicht alkoholisierte Mann sei zu spät am Gate erschienen.
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Attacke am BER: Begleiter hindert Passanten daran, zu helfen
Der Passagier sei daraufhin ausgerastet, wiederholt habe dieser auf den Mitarbeiter eingeschlagen, berichtete die „MAZ“. Eine Kollegin habe versucht, den aggressiven Mann zu stoppen und auch andere Augenzeugen seien zu Hilfe gekommen, so die „Märkische Allgemeine“ weiter. Allerdings habe sich ein 36-jähriger Begleiter des Esten dazwischengestellt und die Zeugen daran gehindert, zu helfen.
Eine Flughafensprecherin schilderte: „Wartende Passagiere und eine Kollegin des Dienstleisters versuchten, den Mann aufzuhalten. Die alarmierte Bundespolizei und die Flughafensicherheit waren binnen kurzer Zeit vor Ort, die Bundespolizei nahm den Mann in Gewahrsam.“ Ein anderer Flughafenmitarbeiter, der anonym bleiben will, sprach in der „Märkischen Allgemeinen“ von „Szenen wie in einem Horrorfilm“.
Laut „Berliner Zeitung“ erlitt der Mitarbeiter eine Jochbeinfraktur und mehrere Knochenbrüche. Sein Augenlicht sei gerettet worden, hieß es weiter. „Bild“ berichtete, der Mann habe die Intensivstation inzwischen verlassen können. Im Gespräch mit der „Berliner Zeitung“ beklagte die Gewerkschaft Verdi die zunehmende Gewalt auf Personal am BER. Nach Informationen der Zeitung habe die Firma Swissport in diesem Jahr bislang fast 200 verbale und körperliche Attacken auf ihr Personal am Hauptstadt-Flughafen registriert.
Der Flughafen widerspricht: „Tätliche Angriffe auf Beschäftigte am BER sind nach wie vor sehr seltene Einzelfälle“, teilte eine Sprecherin mit.
