„Ich möchte wie Newton Blick sein“
Filmstar Judi Dench spricht über Todeswunsch
10.10.2026 – 23:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Judi Dench gehört zu den bekanntesten Schauspielerinnen Großbritanniens. Jetzt hat die 91-Jährige in einem Interview erzählt, wie sie sich ihr Lebensende vorstellt.
Seit den Fünfzigerjahren steht Judi Dench auf der Bühne. Einem Millionenpublikum wurde die Britin als „M“ in den James-Bond-Filmen bekannt, von „GoldenEye“ im Jahr 1995 bis „Spectre“ 2015. Ans Aufhören denke sie aber auch mit 91 Jahren längst nicht, so Dench in einem neuen Interview.
Im Gespräch mit der britischen Zeitung „The Times“ machte Dench klar, wie sie sich ihr Lebensende vorstellt: „Ich möchte wie Newton Blick sein, der nach einer Vorstellung in seiner Garderobe starb.“ Worte wie „Rente“ oder „alt“ möchte sie am liebsten aus dem Sprachgebrauch verbannen.
„Möchte zu den Frauen gehören, die sich aus Flugzeugen stürzen“
Auch die Bezeichnung „Nationalheiligtum“ ist ihr ein Dorn im Auge. „Ich verabscheue es. Das lässt mich wie ein verstaubtes altes Relikt klingen, das zusammen mit ein paar Dinosaurierfossilien und einem zerbrochenen römischen Schild ganz hinten im Schrank verstaut wurde“, sagte die Oscar-Preisträgerin. Ständige Fragen nach dem Rentenalter empfindet sie als störend. Stattdessen formulierte sie ein anderes Ziel: „Ich möchte zu den Frauen gehören, die sich mit 100 aus Flugzeugen stürzen.“

Seit 2012 leidet Dench an altersbedingter Makuladegeneration, einer Erkrankung, die das zentrale Sehvermögen zunehmend einschränkt. In einem früheren Interview mit dem Fernsehsender ITV erklärte sie auf die Frage, warum sie seltener auf der Bühne oder vor der Kamera zu sehen sei: „Weil ich nichts mehr sehen kann.“ Nach eigenen Angaben kann sie inzwischen weder fernsehen noch lesen oder Gesichter erkennen.
Beim Auswendiglernen von Texten hat Dench einen neuen Weg gefunden. „Ich musste mir eine andere Methode zum Auswendiglernen von Texten suchen, denn selbst mit vergrößertem Drehbuch habe ich Schwierigkeiten“, sagte sie. Dabei habe sie eine unerwartete Erkenntnis gewonnen: „Dadurch ist mir klar geworden, dass ich ein fotografisches Gedächtnis habe, und wenn ich die Anordnung der Wörter auf der Seite nicht sehen kann, wird es für mich wirklich schwierig. Freunde helfen mir jetzt, und sofern ich im Voraus genügend Zeit zur Vorbereitung bekomme, schaffe ich es irgendwie, mich durchzuschlagen.“