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Politik

Experte warnt vor „doppelter Zahlung“ für Beschäftigte

MitarbeiterBy MitarbeiterJuni 24, 2026
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Experte warnt vor „doppelter Zahlung“ für Beschäftigte

Neue Rentenpläne

Experte warnt: Beschäftigte würden „doppelt bezahlen“ müssen

24.06.2026 – 13:16 UhrLesedauer: 2 Min.

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Ökonom Sebatian Dullien kritisiert die Pläne der Renetenkommission. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/imago)

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Ökonomen schlagen Alarm: Die neuen Rentenpläne der Kommission könnten Wachstum und Jobs kosten. Beschäftigte müssten laut Experte Dullien künftig doppelt zahlen.

Die Pläne der Rentenkommission zur Alterssicherung können gewerkschaftsnahen Ökonomen zufolge Wachstum und Arbeitsplätze in Deutschland kosten. Eine Anhebung der Rentenbeiträge zum Aufbau eines Kapitalstocks entziehe Kaufkraft und dürfte so den Konsum und das Wirtschaftswachstum dämpfen, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) und des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI). Eine Folge davon wären auch niedrigere Einnahmen für Staat und Sozialversicherungen.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission schlägt vor, zum Aufbau eines neuen Elements der Kapitaldeckung den Beitragssatz um zwei Prozentpunkte anzuheben. „Ein Fonds am Aktienmarkt muss erst einmal mühsam aufgefüllt werden, bevor man Erträge auszahlen kann“, sagte der Wissenschaftliche Direktor des IMK, Sebastian Dullien. „Der jetzt gewählte Weg bedeutet, dass in den kommenden Jahrzehnten Erwerbstätige zunächst doppelt bezahlen müssen – einmal für die Rente der Älteren und einmal zum Aufbau des Kapitalstocks.“

  • Beamte in die Rentenkasse? – Das sagt die Kommission
  • Reform der Alterssicherung: Das steht im Bericht der Rentenkommission

Da höhere Beitragssätze größere Abzüge vom Lohn und damit weniger verfügbare Einkommen bedeuteten, sei für die nächsten Jahre mit einem gedämpften Konsumwachstum zu rechnen. „Das ist besonders problematisch, weil die deutsche Wirtschaft derzeit entscheidend auf die Binnennachfrage angewiesen ist“, betonte Dullien. Von 2028 an könnte der Kapitalstock nach dem Vorschlag der Kommission so nach Modellrechnungen von IMK und WSI in der Summe rund ein Prozent Wirtschaftswachstum und knapp 250.000 Jobs kosten.

Milliardenloch im Bundeshaushalt droht

Aus den Vorschlägen der Kommission folgt nach Berechnungen der Institute, dass der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung bis 2032 von derzeit 18,6 auf rund 22 Prozent steigen dürfte. Ohne den Aufbau des Kapitalstocks würde der Beitrag 2032 nur bei 20,4 Prozent liegen. Zudem kämen auf den Bundeshaushalt Anfang der 2030er Jahre Zusatzkosten in Milliardenhöhe zu. Grund dafür sei die vorgeschlagene steuerfinanzierte Kompensation für rentennahe Versicherte, die für den Aufbau des Kapitalstocks zahlen müssen, aber dabei wegen des kurzen Zeithorizonts nur geringe Erträge erwarten können.

„Der Aufbau des Kapitalstocks macht kurz- und mittelfristig die Stabilisierung des Rentenniveaus teurer, nicht billiger“, warnte Dullien. Man hätte alternativ die gleiche Stabilisierung des Rentenniveaus bis 2050 mit einem geringeren Anstieg der Beitragssätze erreichen können, wenn man dies rein über höhere Beiträge statt über den Umweg eines Kapitalstocks organisiert hätte, so die Wissenschaftler.

Der Abschlussbericht der Rentenkommission enthält den Instituten zufolge auch einige sinnvolle Vorschläge zur Stabilisierung der gesetzlichen Rentenversicherung. Sinnvoll sei etwa die Ausweitung der Versicherungspflicht auf Selbstständige.

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