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Mann gibt sich jahrelang als Pilot aus
09.08.2026 – 15:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein falscher Pilotenausweis, Hunderte Gratisflüge und drei große US-Airlines: Vier Jahre lang nutzt ein Ex-Flugbegleiter das System aus. Dann wird ein Mitarbeiter misstrauisch.
Leonardo DiCaprio sitzt in Pilotenuniform im Cockpit, reist durch die USA und gibt sich als jemand aus, der er nicht ist: Der Film „Catch Me If You Can“ machte die Geschichte eines Hochstaplers weltbekannt. Jahrzehnte später erinnert ein Betrugsfall in den USA an diesen Fall. Auch Dallas Pokornik gab sich als Pilot aus, um durch das Land zu fliegen. Der ehemalige Flugbegleiter räumte vor einem Gericht auf Hawaii ein, sich über Jahre hinweg Hunderte kostenlose Flüge bei großen US-Airlines erschlichen zu haben.
Dabei kannte Pokornik das System, das er ausnutzte, aus eigener Erfahrung. Zwischen 2017 und 2019 arbeitete er als Flugbegleiter für eine Fluggesellschaft mit Sitz in Toronto. Beschäftigte von Airlines können über sogenannte „Non-Rev“-Reisen kostenlos oder stark vergünstigt fliegen, wenn in einer Maschine noch Plätze frei sind. Nachdem Pokornik nicht mehr als Flugbegleiter arbeitete, nutzte er diese Vergünstigungen nach seinem eigenen Eingeständnis trotzdem weiter.
Vier Jahre lang fliegt Pokornik kostenlos mit
Von Januar 2020 an setzte Pokornik seine Kenntnisse nach eigenem Eingeständnis für eine Betrugsmasche ein. Er verwendete gefälschte Nachweise und gab sich als berechtigter Mitarbeiter einer Fluggesellschaft aus. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft trat er dabei als Pilot auf.
Damit verschaffte sich Pokornik Zugang zu Reisevergünstigungen, die eigentlich Airline-Beschäftigten vorbehalten waren. Betroffen waren Hawaiian Airlines, United Airlines und American Airlines. Über deren Systeme erhielt er zwischen Januar 2020 und Oktober 2024 Hunderte Flüge, ohne dafür den regulären Passagierpreis zu bezahlen.
Pokornik versuchte offenbar sogar, noch weiter zu gehen. Waren keine regulären Passagiersitze verfügbar, wollte er Zugang zu sogenannten Jumpseats im Cockpit erhalten. Diese Plätze sind grundsätzlich autorisiertem Luftfahrtpersonal vorbehalten und unterliegen strengen Zugangsbestimmungen. Ob Pokornik tatsächlich auf einem solchen Sitz mitflog, geht aus den vorliegenden Informationen allerdings nicht hervor.
Falschem Piloten drohen bis zu 20 Jahre Haft
Vier Jahre lang ging die Masche gut. Dann zeigte Pokornik 2024 einem Mitarbeiter einer der Fluggesellschaften seinen angeblichen Pilotenausweis. Doch der Mitarbeiter wurde misstrauisch. Er fotografierte den Ausweis und meldete seinen Verdacht.
Ermittler überprüften seine Angaben und stellten schließlich fest, dass er nicht der Pilot war, als der er sich ausgegeben hatte.









