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Home » Kult-Band Gänsehaut aus Köln ist zurück: Neues Album, neue Probleme
Deutschland

Kult-Band Gänsehaut aus Köln ist zurück: Neues Album, neue Probleme

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 9, 2026
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Kult-Band Gänsehaut aus Köln ist zurück: Neues Album, neue Probleme

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In den 80ern hatte Gänsehaut einen großen Hit, dann starb der Sänger der Band. 40 Jahre später wagt die Kölner Gruppe ihr Comeback – was ist heute anders?

„Karl der Käfer“ – bei vielen weckt der Titel sofort Erinnerungen: 1983 stürmte der Song über einen aus seinem Wald vertriebenen Käfer die deutschen Charts und wurde zur heimlichen Hymne der damaligen Umweltbewegung. Geschrieben hatte ihn der Kölner Keyboarder Gerald Dellmann, Mitglied der Band Gänsehaut.

Mehr als vier Jahrzehnte später meldet sich die Kölner Formation nun mit dem neuen Album „Morgendämmerung“ zurück, das pünktlich zum 45-jährigen Bandjubiläum erschienen ist.

Nach dem Tod von Sänger Wolfgang Hieronymi im Jahr 1986 hatte das Projekt Gänsehaut über Jahrzehnte geruht. Heute besteht die Band als Trio aus Gerald Dellmann, Nikolai Kaeßmann und dem erst 24-jährigen Sänger Freddy Ovens.

Im Gespräch mit der Kölner Lokalredaktion von t-online erzählt Dellmann, warum der Text von „Karl der Käfer“ auch nach 45 Jahren kein Update braucht, was er an der Musikbranche von heute vermisst – und warum das Schicksal von Wal Timmy die Deutschen mehr bewegt als das einer ganzen Spezies.

t-online: „Morgendämmerung“ soll ein Comeback-Album sein – und das nach über 40 Jahren. Machen Sie sich damit nicht extra Druck, an den Erfolg von „Karl, der Käfer“ anzuknüpfen?

Gerhard Dellmann: Überhaupt nicht – beim Musikmachen gibt es keinen Druck. Wir wollten mit dem Album einfach etwas machen, was uns Spaß macht. Denn wir waren mit Gänsehaut eigentlich gar nicht fertig: 1986 hat uns der Tod unseres Sängers Wolfgang Hieronymi mit gerade mal 30 Jahren ziemlich aus der Bahn geworfen. Das war ein tiefer Einschnitt, wir waren wie gelähmt. Einen guten Ersatz für ihn haben wir zunächst nicht gefunden, vielleicht wollten wir das auch gar nicht. Später haben wir Musikzeitschriften gemacht und auch ein eigenes Förderprogramm für Nachwuchsbands – und darüber haben wir auch unseren aktuellen Sänger Freddy Ovens gefunden.

Was hat Sie von Freddy Ovens dann überzeugt?

Dellmann: Seine unverwechselbare, raue Stimme – den würden manche eher bei einer Band wie Linkin Park vermuten als bei uns. Bei unserem Förderprogramm ‚Schooljam‘ hat er uns so schon begeistert. Dazu ist er ein sehr netter Mensch, mit Freddy hat es von der ersten Stunde an gepasst.

Gänsehaut kennt man heute noch wegen „Karl, der Käfer“, ansonsten hatten Sie keine Hits. In dem Lied geht es um die Rücksichtslosigkeit des Menschen gegenüber der Natur. 45 Jahre später sind die Folgen der Klimakrise noch sichtbarer geworden. Hätte der Text ein Update gebraucht?

Dellmann: Wir haben uns bewusst dagegen entschieden. „Karl, der Käfer“ ist heute noch genauso aktuell. Damals haben wir versucht, Tieren eine Identität zu geben. Als wir in den 80ern mit „Karl, der Käfer“ bekannt wurden, war ich mal in Holland irgendwo am Strand. Da hab‘ ich gesehen, wie ein Junge einen Käfer dort gerade erschlagen wollte – und das Mädchen, das daneben saß, rief: ‚Nein, nicht! Das ist doch Karl, der Käfer.‘ Zumindest diesem kleinen Käfer haben wir damals das Leben gerettet. Wir haben also schon etwas erreicht (lacht).

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