Schulbau
Dresden investiert 102 Millionen Euro in Fachkräfte-Nachwuchs
02.11.2026 – 14:13 UhrLesedauer: 2 Min.
In Prohlis entsteht ein neues Berufsschulzentrum für Elektrotechnik. Der Bau soll künftig mehr als 2.000 Schüler ausbilden – vor allem für eine Schlüsselbranche Sachsens.
Am Montag ist in Dresden-Prohlis der Grundstein für ein neues Berufsschulzentrum für Elektrotechnik gelegt worden. Ministerpräsident Michael Kretschmer, Oberbürgermeister Dirk Hilbert und der Geschäftsführer der Kommunalen Immobilien Dresden, Axel Walther, vollzogen den symbolischen Akt gemeinsam auf der Boxberger Straße. Das geht aus einer Mitteilung der Landeshauptstadt Dresden hervor.
Für die Grundsteinlegung befüllten die drei eine Metallhülse mit Tageszeitungen, Bauplänen und Münzen und versenkten sie im Fundament des Neubaus. Das Berufsschulzentrum für Elektrotechnik (BSZ ET) soll auf der Boxberger Straße 1 entstehen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 102 Millionen Euro. Die Europäische Union stellt über das EFRE/JTF-Programm Fördermittel in Höhe von 77,5 Millionen Euro bereit.
Stärkung des Fachkräfte-Nachwuchs‘
Oberbürgermeister Hilbert erklärte, mit dem Neubau verfolge die Stadt gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen nicht nur das Ziel, die schulische Infrastruktur in der beruflichen Ausbildung zu modernisieren, sondern auch gezielt auf den steigenden Fachkräftebedarf in der Region zu reagieren. „Die Ansiedlungen im Dresdner Norden sind eine große Chance für unsere Stadt: Sie stärken den Wirtschaftsstandort und eröffnen neue Perspektiven.“ Damit diese Entwicklung gelinge, benötige es gut ausgebildete Fachkräfte, die langfristig in Dresden gehalten werden. „Dieses Berufsschulzentrum ist dafür eine wichtige Basis“, so Hilbert.
Das Angebot des neuen Berufsschulzentrums für Elektrotechnik
Der neue Campus ist für rund 2.250 Schülerinnen und Schüler ausgelegt, mehr als 100 Lehrkräfte werden dort Fachkräfte ausbilden. Das BSZ ET bietet klassische duale Berufsausbildung als Partner für Industrie und Handwerk. Voraussetzung ist ein bestehender Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb.
Ausgebildet werden unter anderem Fachinformatiker, IT-Systemelektroniker, Mechatroniker, Mikrotechnologen sowie verschiedene Elektronik-Berufe. Darüber hinaus gibt es ein Berufliches Gymnasium, das in drei Jahren zur Allgemeinen Hochschulreife mit technischem Schwerpunkt führt. Ein weiteres Modell ermöglicht es, in vier bis viereinhalb Jahren gleichzeitig das Abitur und einen vollwertigen Berufsabschluss zu erwerben. Am BSZ ET ist das in den Richtungen Mechatronik, Fachinformatik und IT-Systemelektronik möglich.
Am Sonnabend, 21. November 2026, veranstaltet das BSZ ET von 9 bis 13 Uhr einen Tag der offenen Tür am bisherigen Standort auf dem Strehlener Platz 2. Dort werden alle Bildungsgänge und Aufnahmevoraussetzungen vorgestellt.
Wettbewerb für künstlerische Gestaltung
Parallel zum Bauprojekt läuft ein Wettbewerb für künstlerische Gestaltung. Kunstwerke sollen das elektrotechnische Profil der Schule aufgreifen und dem Campus eine identitätsstiftende Gestaltung geben.
Für den Wettbewerb stehen 30.000 Euro Preisgeld zur Verfügung, für die Umsetzung von bis zu zwei Werken maximal 330.000 Euro. Bis zum Bewerbungsschluss am 5. Oktober 2026 gingen 213 Bewerbungen ein, darunter 54 von Künstlerkooperationen. Der Auftrag soll bis April 2027 vergeben werden.