„Discounter“-Star wird 85
Drei Millionen Mark Schulden: Doris Kunstmann kämpfte sich zurück
20.10.2026 – 08:46 UhrLesedauer: 3 Min.
Mit sieben Koffern flieht sie aus Italien, später verliert sie ihren Porsche. Ein Geheimnis über sich selbst bewahrt Doris Kunstmann jahrzehntelang.
Als Kassiererin Frau Jensen sorgt sie in „Die Discounter“ für Lacher. Doch hinter Doris Kunstmann liegen auch schwere Jahre. Einst stand die Hamburger Schauspielerin mit einem kleinen Sohn und drei Millionen Mark Schulden allein da. Am Donnerstag (22. Oktober) wird sie 85 Jahre alt.
Geboren wurde Kunstmann 1941 in Hamburg als Tochter einer Schauspielerin und eines Filmproduzenten. Sie wuchs zunächst bei ihren Großeltern auf und besuchte später ein Internat in St. Peter-Ording. Schon als Schülerin spielte sie Theater. Der Schauspieler Josef Offenbach wurde zu einem frühen Förderer. Erste Engagements führten Kunstmann nach Cuxhaven und Bamberg, später stand sie am heutigen Ernst-Deutsch-Theater und am Thalia Theater in Hamburg auf der Bühne.
Mit sieben Koffern floh Doris Kunstmann aus Italien
Einen ihrer ersten großen Kinoerfolge feierte Kunstmann 1968 mit „Das Geschlecht der Engel“. Regie führte der Italiener Ugo Liberatore, mit dem sie damals liiert war. Drei Jahre lebte das Paar in Rom und drehte gemeinsam drei Filme.
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Doch die Beziehung hielt nicht. Liberatore sei sehr eifersüchtig gewesen, erinnerte sich Kunstmann später im WDR. Schließlich habe sie bei Nacht und Nebel ihre Sachen gepackt und Italien verlassen. Mit sieben Koffern in ihrem kleinen VW Käfer fuhr sie zurück nach Deutschland.
Drei Millionen Mark Schulden – und plötzlich allein
1976 heiratete Kunstmann einen Filmproduzenten, ein Jahr später kam ihr gemeinsamer Sohn zur Welt. Doch ihr Mann verkalkulierte sich bei einem Filmprojekt und häufte Schulden in Millionenhöhe an. Weil Kunstmann für ihn gebürgt hatte, musste sie dafür geradestehen.
„Mit diesen Schulden und unserem kleinen Sohn blieb ich allein zurück“, erzählte sie 2025 der Zeitschrift „Bunte“. Ihr Mann habe unterdessen mit einer bulgarischen Schauspielerin Zwillinge bekommen. Die Trennung und die finanziellen Folgen beschäftigten Kunstmann noch Jahrzehnte später. Als sie 2025 an ihren Lebenserinnerungen schrieb, sei sie bei diesem Kapitel in eine Depression gerutscht.

Wie weit die finanziellen Folgen reichten, schilderte Kunstmann Anfang 2026 der „Apotheken Umschau“. In München sei ein Gerichtsvollzieher gemeinsam mit einem Fotografen und einem Klatschreporter in ihre Garderobe gekommen. Ihr Porsche wurde abtransportiert. Auf der Rückbank lagen noch die Schwimmflossen ihres Sohnes. Kunstmann arbeitete weiter und nahm zahlreiche Engagements an. Rund 30 Jahre lang spielte sie Tourneetheater, das ihr regelmäßige Einkünfte sicherte. So konnte sie die Schulden nach und nach abtragen und für ihren Sohn sorgen.