Motivation laut Behörden noch unklar
Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden und das im LKA ansässige Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) übernahmen die Ermittlungen. Sie schließen eine politische Motivation nicht aus. Deshalb sei auch das PTAZ im Einsatz, hieß es.
Der sächsische Generalstaatsanwalt Wolfgang Schwürzer sagte: „Aufgrund dieser möglichen Bedeutung für die Sicherheit einer kritischen Infrastruktur werden die Ermittlungen eben mit höchster Priorität geführt.“ Alle strafrechtlichen Hintergründe, „einschließlich eines extremistischen oder terroristischen Motivs“ würden geprüft. Es sei aber unseriös, sich derzeit auf eine bestimmte Motivation festzulegen, betonte Schwürzer.
Suche nach möglicher zweiter Drohne
Alle Spekulationen über die Art des Sprengstoffs, die Konstruktion der Drohne, ihre Herkunft und die Frage, wer dahinterstecke, seien jetzt Teil der Ermittlungen, so Dobrindt. „Alle Spekulationen, die es darüber gibt, müssen nicht in die richtige Richtung gehen, können einfach grundfalsch sein.“ Man müsse in alle Richtungen ermitteln.
Schuster sagte, es werde noch nach Teilen einer möglichen zweiten Drohne gesucht. Es handele sich um einen ersten kapitalen Vorfall, wo man davon sprechen könne: „Die Gefahrenlage ist nicht mehr abstrakt, sie ist hoch“. Auch Dobrindt sprach von einer hohen Bedrohungslage.
Unternehmen Antonow hat Basis am Flughafen Leipzig/Halle
Das ukrainische Luftfahrtunternehmen Antonow errichtet derzeit am Flughafen Leipzig/Halle einen neuen Wartungshangar. Der Bau soll in der ersten Jahreshälfte 2027 fertiggestellt werden. Die Ukrainer sind schon seit 2006 mit einer Wartungsbasis an dem Flughafen vertreten. Infolge des russischen Angriffskriegs haben sie ihre Flotte komplett dorthin verlegt. Sechs Maschinen sind hier stationiert.
Im Juli 2024 hatte es schon einmal einen relevanten Vorfall auf dem Flughafen Leipzig gegeben, als es beinahe zu einem Flugzeugabsturz hätte kommen können. Einem glücklichen Zufall war es zu verdanken, dass ein Paket, das einen Brandsatz enthielt, noch am Boden im DHL-Logistikzentrum Leipzig und nicht während des Fluges in Brand geriet.
Flughafenverband sieht Lücken
Wie an anderen Flughäfen auch musste der Flugverkehr in Leipzig in den vergangenen Jahren nach Drohnensichtungen mehrmals eingestellt werden. Im vergangenen Herbst hatte der Betrieb am Flughafen München wegen Drohnen-Überflügen wiederholt eingestellt werden müssen. In der Folge wurde ein Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum zum Austausch zwischen Bund und Bundesländern bei der Bundespolizei eingerichtet, das laut Dobrindt auch im aktuellen Fall aktiv ist.
Auf die vom Innenministerium zugesagte Ausstattung mit Systemen zur Detektion und Abwehr von Drohnen warten die Flughäfen Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Leipzig/Halle und Köln/Bonn allerdings noch, wie der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, erklärte.










