Auch in München

Warnstreiks legen Nahverkehr lahm: Was die MVG plant


Aktualisiert am 30.01.2026 – 15:28 UhrLesedauer: 3 Min.

Die U6 fährt am Marienplatz ein (Archivbild): Am Montag wird dies aller Voraussicht nach nicht passieren. (Quelle: IMAGO/Ulrich Wagner/imago)

Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen könnten am Montag in München stillstehen. Verdi ruft zu einem Warnstreik auf – die Hintergründe.

Verdi ruft deutschlandweit zu einem Warnstreik im Nahverkehr auf. Betroffen davon sind alle Verkehrsbetriebe, in denen der Tarifvertrag Nahverkehr gilt – und damit auch die Münchner Verkehrsgesellschaft. In der Landeshauptstadt könnten deshalb große Einschränkungen im U-Bahn-, Straßenbahn- und Busverkehr drohen, wie die Gewerkschaft mitteilte. S-Bahn sowie Regionalbusse sind vom Streik nicht betroffen.

Hintergrund des Streiks sind die Tarifverhandlungen bei den kommunalen Nahverkehrsunternehmen. Verdi fordert nach eigenen Angaben für die Mitarbeiter eine Lohnerhöhung von 668,75 Euro. Damit sollen die Einstiegsgehälter in Bayern zu denen in Baden-Württemberg aufschließen, heißt es von der Gewerkschaft.

In München ist ausschließlich die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) betroffen. Diese teilt mit, dass vom Streik alle U-Bahnen, Tramlinien sowie die Buslinien bis zur Liniennummer 199 betroffen sind. Damit ist am Montag zu rechnen:

Wie viele aus der Belegschaft streiken und welche Bereiche der MVG betroffen sind, konnte ein Sprecher gegenüber der Münchner Redaktion von t-online nicht beantworten. Man habe jedoch ein Notfallkonzept erarbeitet.

Die Umsetzung hängt davon ab, wie die Situation am Montag konkret aussieht. Fahrgäste sollen sich stets über Durchsagen an den Haltestellen, mvg.de oder die dazugehörige App MVGO zum aktuellen Stand informieren.

„Der sichere Betrieb hat bei uns stets oberste Priorität“, so der MVG-Sprecher und erklärt: „Als Erstes wird sichergestellt, dass das MVG Betriebszentrum besetzt ist. Dort erfolgt die zentrale Betriebskoordination, die dafür notwendig ist, dass wir den Betrieb überhaupt aufnehmen können.“ Ähnlich wie der Tram ist der Plan, auch bei der U-Bahn zunächst die wichtigsten Linien fahren zu lassen.

Außerdem will Verdi eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit und eine Verlängerung der Mindestruhezeit auf elf Stunden entgegenwirken. Das würde die hohe Belastung im Schichtbetrieb reduzieren und sei ein wichtiges Element im Rahmen des Gesundheitsschutzes, heißt es von der Gewerkschaft weiter.

Laut Verdi gibt es in Bayern derzeit anders als in anderen Bundesländern nur einen Tarifvertrag für den Nahverkehr. In diesem würden sowohl die Entgelte als auch die Arbeitsbedingungen festgelegt. Die Gewerkschaft will beides in einzelne Tarifverträge ausgliedern – damit in schwierigen Zeiten nicht die Verbesserung der Arbeitsbedingungen gegen eine Anhebung der Entgelte ausgespielt werde.

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