Abseits des Platzes verstehen sich die beiden prächtig. „Er kümmert sich unglaublich um alle anderen und sieht immer zu, dass es allen gut geht. Ganz anders, als man das erwarten würde, wenn man ihn nur spielen sieht“, sagte Dahmke mit Blick auf Sagosens aggressiven Spielstil. „Ich habe ihm schon mal gesagt, wenn ich ihn nur vom Spielfeld kennen würde, dann weiß ich nicht, ob er direkt meine erste Wahl wäre, in der Freundessuche, aber er ist wirklich ein fantastischer Kerl, also oberstes Regal“, fügte er an.
Kleinere Spitzen tauschen Dahmke und Sagosen aufgrund des anstehenden Duells aber trotzdem bereits länger aus. „Das ging am 1. Januar schon los, als wir uns kurz gesehen haben, aber das macht auch Spaß. Das ist Teil der Handball-Romantik.“ Dahmke hofft auch deshalb auf ein besseres Ende für Deutschland: „Ich hoffe, ich bin der, der nach dem Spiel die Sprüche drückt, sonst kann ich mir das in einem Jahr noch anhören“, sagte er mit einem Lachen.
Im Familienchat bei Snapchat geht das Duell weiter. „Es ist schon gut, dass es zwei Seiten vom Familienchat gibt. Einmal den Norwegischen und dann mehr auf meiner Seite den Deutschen“, berichtete Dahmke. „Die Norweger sind schon ein stolzes Land, das kann man, glaube ich, so festhalten. Es wird zwar schon gratuliert, sollten wir den besseren Ausgang in dem Spiel haben, aber mit ein bisschen weniger Euphorie.“
Ebenfalls mit von der Partie sein wird Dahmkes Ehefrau Stine – jedoch in anderer Rolle. Nach dem Gewinn der olympischen Goldmedaille mit Norwegen in Paris 2024 hatte sie ihre Karriere beendet. Seither arbeitet die frühere Welthandballerin als Expertin für das norwegische Fernsehen und wird nun auch die Partie gegen Deutschland begleiten.
„Zu wissen, dass Stine oben im Studio sitzt, alles schaut und versucht zu analysieren, was ich falsch mache, ist natürlich auch etwas Besonderes“, sagte Dahmke über die besondere Konstellation. „Ich weiß, dass, was auch immer ich tue, sie netter zu mir sein wird, als ich es verdiene.“
Wem sie die Daumen drücke, habe er sich allerdings noch nicht getraut zu fragen, „weil ich die Antwort nicht hören will“, so Dahmke mit einem Augenzwinkern. „Ich denke, es ist okay in ihrem Job, dass sie Norwegen etwas die Daumen drückt, aber ich weiß, dass sie tief im Inneren auch ein kleiner Deutschland-Fan ist“, erzählte Dahmke weiter. „Ich hoffe schon, dass ich im Kopf-an-Kopf-Rennen am Ende die Nase vorn habe.“
