Was jetzt für Autofahrer gilt

Hunderte Panzer auf Autobahnen – das steckt dahinter


21.04.2026 – 13:01 UhrLesedauer: 2 Min.

Training für den Ernstfall: Im Rahmen mehrerer großer Übungen rollen ab Mittwoch lange Bundeswehr-Konvois über die Autobahn. (Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert)

Die Bundeswehr probt den Ernstfall: Mit den Manövern „Hethex“ und „Orange Road“ sind lange Militärkolonnen auf deutschen Straßen unterwegs. Autofahrer sollten wichtige Verkehrsregeln unbedingt befolgen.

Um die schnelle Verlegung von Truppen und Material quer durch Deutschland zu trainieren, hat die Bundeswehr zwei großangelegte Übungen gestartet. Unter dem Motto „Drehscheibe Deutschland“ wird dabei die Zusammenarbeit über Ressort- und Ländergrenzen hinweg geübt.

Vom 24. bis zum 26. April findet die Übung „Hesse-Thuringia-Exercise“ (Hethex) statt. Dabei bewegen sich rund 900 Soldaten mit bis zu 400 Fahrzeugen im öffentlichen Verkehrsraum. Autofahrer sollten insbesondere auf den Autobahnen A4, A5, A7 und A38 mit verstärktem Kolonnenverkehr rechnen.

Bereits seit dem 20. April läuft im Südwesten die Übung „Orange Road“. Rund 850 Feldjäger (Militärpolizei) sind in den Regionen Bruchsal, Speyer, Heidelberg, Mannheim, Karlsruhe und Kehl im Einsatz.

Trainiert werden die Verkehrslenkung, die Marschbegleitung und der Schutz kritischer Infrastruktur. Dabei wird auch Manövermunition (ohne Projektile) verwendet. Laut Bundeswehr besteht keine Gefährdung der Bevölkerung.

Militärische Konvois bewegen sich als geschlossener Verband. Für den zivilen Verkehr gelten dabei besondere Vorschriften:

Ein geschlossener Verband von Militär oder Polizei ist an einer speziellen Kennzeichnung erkennbar: Alle Fahrzeuge – mit Ausnahme des letzten – führen auf der Fahrerseite eine blaue Flagge. Den Abschluss des Konvois markiert ein Fahrzeug mit einer grünen Flagge. Zusätzlich sind die Fahrzeuge durch eingeschaltetes Abblendlicht und (falls vorhanden) Blaulicht erkennbar.

Diese Kennzeichnung hat rechtliche Folgen: Der gesamte Verband wird wie ein einzelnes Fahrzeug behandelt. Das bedeutet: Fährt das erste Fahrzeug einer Kolonne bei Grün über eine Ampel, darf der restliche Konvoi geschlossen folgen – selbst wenn die Ampel währenddessen auf Rot umspringt.

Entgegen vereinzelten Gerüchten in den sozialen Netzwerken gibt es für die beiden Manöver „Hethex“ und „Orange Road“ keine großflächigen Sperrungen. Die Übungen finden im regulären Straßenverkehr statt. Um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, wurden die Fahrten mit den Verkehrsbehörden abgestimmt und weitgehend für die Zeiten außerhalb der Hauptverkehrsphasen geplant.

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