Der Streit zwischen dem US-Tech-Unternehmer Elon Musk und dem öffentlich-rechtlichen Sender ZDF sorgt deutschlandweit für großes Aufsehen.
In der Berichterstattung über die ausländerfeindlichen Unruhen in Belfast letzte Woche hieß es in einer Ausgabe von „ZDFheute live“, Musk habe in seinen Social-Media-Beiträgen über Nordirland zu „einer Jagd auf Migranten“ aufgerufen.
Am Montag bezeichnete Musk die Charakterisierung seiner Worte durch das ZDF als „schreckliche Lüge“ und sagte, er verfolge rechtliche Schritte gegen den Sender, der die umstrittene Passage inzwischen entfernt habe.
Am 9. Juni teilte Musk einen Beitrag des britischen rechtsextremen Aktivisten Tommy Robinson, in dem Robinson nach dem Messerangriff eines Sudanesen in Belfast zu Protesten aufrief.
Musk kommentierte: „Nur wenn man WIEDERHOLT und LAUT protestiert, wird sich etwas ändern!!“
Das ZDF hat inzwischen bestätigt, „dass Elon Musk über eine deutsche Anwaltskanzlei eine Unterlassungserklärung bezüglich der Eröffnungspräsentation der ZDFheute live-Ausgabe vom 12. Juni 2026 mit dem Titel „Unruhen in Belfast – Wie Musk die Proteste anheizt“ verlangt hat. Das ZDF ist dem nachgekommen und hat die umstrittene Passage aus der Einleitung entfernt. Bereits am Samstag hatte das ZDF die Sendung mit einem korrigierenden Transparenzhinweis versehen.“
Der Sender fügte der Online-Version der betreffenden Sendung einen Haftungsausschluss hinzu, in dem er einräumte, dass die Worte „ungenau und möglicherweise irreführend“ seien.
Laut BBC sagte das in den USA ansässige Center for Countering Digital Hate, dass soziale Medien eine „Schlüsselrolle“ bei der Schürung der Gewalt in Belfast gespielt hätten.
Gleichzeitig warf die Organisation Musk vor, von anderen verbreitete „anti-migrantische Narrative“ verstärkt und deren Reichweite auf Millionen von Nutzern ausgeweitet zu haben.
Unterstützung von der deutschen Rechten
Die rechtsextreme Alternative für Deutschland (AfD) unterstützte Musk im Streit mit dem ZDF.
AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel beteiligte sich an der Debatte und schrieb auf X: „Verleumdung darf nicht ohne Konsequenzen bleiben. Lassen Sie sie nicht ungeschoren davonkommen.“
Musk war in den letzten Jahren ein lautstarker Unterstützer der AfD und hat auch andere rechtsextreme Parteien in Europa unterstützt.
Zusätzlich angeheizt wird der Streit durch den Chefredakteur des rechten Nachrichtenportals Julian Reichelt.
Der frühere Chefredakteur der Bild-Tageszeitung schrieb auf Tatsächlich schrieb Musk auf X: „Nur wenn man WIEDERHOLT und LAUT protestiert, wird es eine Veränderung geben!!“ Wie lange werden wir noch akzeptieren, dass dieser Staat uns zwingt, für die Propagandalügen zu bezahlen, die er uns erzählt? Und wie kann es sein, dass bei ZDF heute ständig gelogen, getäuscht und mit Worten und KI manipuliert wird, ohne persönliche Konsequenzen?‘“
In seiner Unterstützungserklärung für Musk erwähnte Reichelt auch die Rundfunkgebühren in Deutschland, deren Abschaffung die AfD zu einem ihrer wichtigsten politischen Punkte gemacht hat.
Zusätzliche Quellen • AFP
