Hinrichtung in Tennessee
Christa Pike ist nach Giftspritze bewusstlos
02.10.2026 – 22:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Zwei Dosen Pentobarbital sollten ihr Leben beenden. Stattdessen liegt die 50-Jährige nun im Krankenhaus.
Die zum Tode verurteilte Christa Pike liegt nach ihrer gescheiterten Hinrichtung bewusstlos in einem Krankenhaus in Nashville und wird künstlich beatmet. Das berichten mehrere US-Medien unter Berufung auf lokale Gerichtsdokumente. Der 50-Jährigen waren am Mittwochabend im Rahmen ihrer Hinrichtung zwei Dosen des Mittels Pentobarbital injiziert worden, sie habe danach jedoch weitergelebt. Ihr Gesundheitszustand gelte als kritisch.
Laut den Anwälten Pikes arbeite das Krankenhauspersonal daran, ihr Leben zu retten und das verabreichte Pentobarbital aus ihrem Körper zu entfernen. Die „New York Times“ zitierte aus den Gerichtsdokumenten entsprechende Angaben der Verteidigung.
Im Video | Christa Pikes Anwalt spricht Klartext
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Der Gesundheitszustand von Pike wirft laut einigen Rechtsexperten die Frage auf, ob sie erneut zur Hinrichtung vorgeführt werden kann. Das wäre rechtlich schwierig, wenn sie nicht bei vollem Verstand ist oder nicht in der Lage ist, zu begreifen, was geschieht, berichtet die „New York Times“.

Anwalt: Mindestens sieben Nadeln im Arm
Bereits am Donnerstag hatte Pikes Anwalt Randy Spivey Einzelheiten zum Ablauf der Hinrichtung geschildert. Das Personal habe rund eine Stunde erfolglos versucht, einen intravenösen Zugang zu legen. „Ich zählte allein in ihrem linken Arm mindestens sieben Nadeln, von denen eine verbogen zu sein schien, als sie nach einem erfolglosen Versuch aus ihrem Arm gezogen wurde“, so Spivey. Nach seinen Angaben habe sich während der Prozedur zudem ihr rechter Arm violett verfärbt. Mittlerweile seien an den Einstichstellen Blasen und Verbrennungen aufgetreten, erklärte die Verteidigung.
Pike war 1996 zum Tode verurteilt worden, weil sie am Mord an einer damals 19-jährigen Bekannten beteiligt gewesen war. Zum Tatzeitpunkt war sie selbst 18 Jahre alt. 1995 hatten drei Teenager das Opfer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet. In den vergangenen Jahren hatten Pikes Anwälte verstärkt auf ihre schwere Kindheit, psychische Erkrankungen sowie ihre Entwicklung während der mehr als drei Jahrzehnte in Haft verwiesen.