Spahn-Nachfolge
Offiziell: Merz und Söder wollen Thorsten Frei als Fraktionschef
Aktualisiert am 22.07.2026 – 15:30 UhrLesedauer: 2 Min.
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In einer Woche soll abgestimmt werden: Nun steht fest, wen Friedrich Merz und Markus Söder an der Spitze der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sehen.
Der bisherige Kanzleramtschef Thorsten Frei soll der Nachfolger des CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn werden. Damit dürfte die im Vorfeld vermutete „große“ Lösung der Nachfolgefrage kommen. Das berichteten zunächst mehrere Medien übereinstimmend – am Nachmittag schlugen schließlich Markus Söder und Friedrich Merz Frei offiziell vor, wie aus einer gemeinsamen Pressemitteilung von CDU und CSU hervorgeht.
Eine Nachfolge für Frei gibt es derweil noch nicht. In Regierungskreisen hieß es am Mittwoch, „der Respekt vor der Fraktion und dem wichtigen Amt des Vorsitzenden“ verlange, dass die Aufmerksamkeit jetzt „allein dieser Personalie“ gelte. Eine Nachfolge für das Amt des Kanzleramtsministers werde getrennt davon behandelt. Merz werde „zügig“ darüber entscheiden und diese Entscheidung bekannt geben.
Der heutigen Entscheidung für Frei waren Gespräche in den Parteigremien der Union und in der Bundestagsfraktion vorausgegangen. Merz hatte nach Spahns Rückzug angekündigt, in Abstimmung mit der Schwesterpartei „relativ bald“ einen Personalvorschlag zu machen. Offiziell ins Amt kommt der Nachfolger erst durch Wahl in der Fraktion, die dafür am kommenden Mittwoch in Berlin zu einer Sondersitzung zusammenkommen soll. Unklar bleibt weiter, ob es neben der Nachbesetzung im Kanzleramt auch noch zu weiteren Änderungen im Kabinett kommen wird.
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Rückkehr in den Bundestag
Frei kehrt damit in seinen angestammten Bereich in der Bundespolitik zurück. Er war in der vergangenen Legislaturperiode Parlamentarischer Geschäftsführer unter dem damaligen Fraktionschef und Oppositionsführer Merz und kennt die Arbeit an der Spitze der Unions-Abgeordneten bestens. Der 52-jährige CDU-Politiker aus dem Schwarzwald war schon nach der Bundestagswahl 2025 für den Fraktionsvorsitz im Gespräch. Merz holte seinen engen Vertrauten dann aber doch ins Kanzleramt.
Dort hat er nur schwer Fuß gefasst. Frei wurde von einigen in der Union vorgeworfen, lieber Interviews zu geben, als die Koalitionsarbeit zu koordinieren. Beim Reformpaket übernahmen dann die Fraktionsspitzen selbst diese Aufgabe. Die Fraktionsarbeit passe besser zu Frei, meinen viele. Mit ihm bekommt Merz einen loyalen Vertrauten an der Fraktionsspitze.
Spahn war nach massiver Kritik an seiner Vaterschaft mithilfe einer Leihmutter in den USA am Samstag zurückgetreten. Eine Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten, in den USA aber erlaubt. Spahn, der zu den mächtigsten Akteuren in der schwarz-roten Koalition gehörte, wurde in der CDU heftig kritisiert: Ihm wurden eine sehr späte Kommunikation und Doppelmoral vorgeworfen. Er war in der Vergangenheit für ein Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland eingetreten, hatte für seinen Kinderwunsch nun selbst aber diesen Weg über die USA gewählt.
