Fiedler sieht die AfD als Sicherheitsrisiko
Der gelernte Kriminalbeamte verlieh seinerseits der Sorge Ausdruck, dass die AfD, die im virtuellen Desinformationskrieg des russischen Diktators Wladimir Putin eine „maßgebliche Rolle“ spiele, bei einer Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt zum veritablen Sicherheitsrisiko werden würde.
Wie zur Untermauerung dieser Befürchtung redete Stephan Brandner den jüngsten versuchten Drohnenanschlag am Leipziger Flughafen klein.
„Meinen Sie diesen dubiosen Drohnenangriff, der dort stattgefunden haben soll?“, fragte er in Richtung der Moderatorin.
Zwar räumte er ein: „Wenn das ein russischer Angriff war, gar keine Frage, dass man das ahnden muss.“ Auf Maischbergers Frage nach dem „Wie?“ aber wich er aus. „Das wird man dann sehen, wenn’s soweit war“, erklärte Brandner. „Ja, wie?“, hakte die Gastgeberin nach. „Wir sind ja in den ganzen Gremien nicht drin, wir kennen ja die Fakten nicht“, drückte sich der AfD-Politiker erneut. Stattdessen beklagte er, dass im Fall der Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines im September 2022, bei denen es sich um „ukrainischen Staatsterrorismus“ gehandelt habe, „überhaupt nichts“ passiere. „Darf ich korrigieren: Der Prozess kommt noch“, stellte Maischberger klar.
Maischberger hakt konsequent nach
Und noch auf eine weitere Frage der Moderatorin mochte Brandner nicht antworten. „Was sind ‚kulturfremde Menschen‘, die laut Ihrem Parteiprogramm nicht angeworben werden sollen, keinen Platz bei uns haben?“, wollte Maischberger wissen. „Remigration ist der Gegenentwurf zu dem Chaos, was zurzeit in der Einwanderungspolitik in Deutschland herrscht“, lautete die Replik des AfD-Manns. Auf Maischbergers neuerliche Nachfrage wich er zunächst abermals aus („Ich hab ‚kulturfremde Menschen‘ da nicht reingeschrieben“), um sich dann doch eine Formulierung abzuringen: „Zuwanderer aus Gebieten, die außerhalb unseres zentralen Europas liegen“. „China?“, fragte Maischberger. „Beispielsweise“, stimmte Brandner zu und ergänzte noch „den Nahen Osten“. Als Maischberger aber auch noch Japan und Indonesien abfragte, reagierte er pampig: „Wollen Sie jetzt alle Länder abfragen, die Sie kennen?“
Als es am Ende noch um IP-Adressenspeicherung ging, die Sebastian Fiedler als wichtig für die Bekämpfung von Kinderpornografie bezeichnete und die die AfD ablehnt, nutzte die Brander die Gelegenheit für eine letzte Attacke. Kinderpornografie sei eine „eklige Geschichte“, die absolut bekämpfenswert sei, „zumal sich ja auch der eine oder andere SPD-ler in dem Bereich tummelt“, erklärte der AfD-Politiker. „Warum sachlich, wenn’s auch persönlich geht?“, beschloss Maischberger das Gespräch.
