Großbaustelle im Zentrum
Archäologen machen erstaunliche Funde
26.06.2026 – 19:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Mitten auf einer Baustelle stoßen Archäologen auf überraschende Spuren aus dem Mittelalter. Die Funde verändern das Bild der Braunschweiger Geschichte an mehreren Stellen.
Im Zuge der Neugestaltung des Hagenmarkts haben Archäologen weitere Funde gemacht, die neue Einblicke in die Geschichte Braunschweigs ermöglichen. Das teilte die Stadt am Freitag mit. Bereits vor Beginn der Bauarbeiten waren umfangreiche Untersuchungen erfolgt. Auch während der laufenden Arbeiten kommen immer wieder archäologische Befunde ans Licht.
Zu den wichtigsten Entdeckungen zählen mehrere farblich behandelte Steinsegmente. Nach Einschätzung der Fachleute handelt es sich um gotisch gestaltete Fensterteile, die einen ersten Eindruck vom mittelalterlichen Hagenrathaus vermitteln. Sie waren den Angaben zufolge später als Baumaterial in den Fundamenten des barocken Opernhauses wiederverwendet worden.
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Mithilfe von Baumringdatierungen an Holzfunden konnten zudem erstmals mindestens zwei mittelalterliche Bauphasen nach 1359/60 sowie um 1400 nachgewiesen werden. Die Untersuchungen ermöglichen außerdem eine deutlich genauere Bestimmung der Lage und Baugeschichte des ehemaligen Opernhauses. Erste Erkenntnisse gibt es auch zu dessen mittelalterlichen Vorgängerbauten.

Möglicher Okerarm entdeckt
Die beauftragte Grabungsfirma stieß im westlichen Bereich des Hagenmarkts außerdem auf einen Wasserlauf, möglicherweise einen früheren Arm der Oker. Nach den dort gefundenen Abfällen soll dieser bis ins Spätmittelalter offen gewesen sein. Der Hagenmarkt habe damals anders ausgesehen und sei anders genutzt worden als bislang angenommen.
Auch beim Ausheben von Leitungsgräben wurden weitere Funde dokumentiert. Dazu gehören neun waagerechte Holzbohlen und drei senkrechte Pfosten im Bereich der Hagenbrücke. Sie bildeten nach Einschätzung der Archäologen eine Art Rahmenkonstruktion, die sich im feuchten Boden gut erhalten hat.
Zusätzlich fanden die Fachleute Knochen, Keramik, eine Handspindel, Bronzenägel und eine Holzform. Die Keramik wird nach erster Einschätzung auf die Zeit zwischen 1250 und 1300 datiert.

Außerdem dokumentierten die Archäologen eine waagerechte Lederschicht, die vermutlich aus den Abfällen eines Schusters aus dem 13. Jahrhundert besteht. Nach derzeitigem Kenntnisstand gehörte sie zu einem sogenannten Rostfundament, das im Mittelalter häufig auf feuchtem Untergrund verwendet wurde. Die Holzproben sollen nun durch weitere Baumringdatierungen zeitlich genauer eingeordnet werden.










