Streit um Flughafenausbau
Der Flughafen will wachsen, die Nachbarn wollen Ruhe
05.11.2026 – 15:13 UhrLesedauer: 3 Min.

Nachbarstädte wehren sich gemeinsam gegen die Ausbaupläne des Düsseldorfer Flughafens. Mühlheim zweifelt am Bedarf. In Kaarst steht ein Wohngebiet auf der Kippe.
Der Widerstand gegen die Ausbaupläne des Düsseldorfer Flughafens wächst. Die Städte Kaarst und Meerbusch haben nach Informationen aus Unterlagen für den Kaarster Stadtrat am Donnerstag eine umfangreiche rechtliche Einwendung eingereicht. Auch die Stadt Mülheim lehnt den Antrag in einer 43-seitigen Stellungnahme ab, und schließt sich darin den Einwendungen der beiden Städte an.
Der Flughafen Düsseldorf will die Kapazität zu bestimmten Zeiten erhöhen: in den Stunden, in denen beide Bahnen genutzt werden, bis zu 60 statt bisher 47 Flugbewegungen pro Stunde. Hinzu kommen acht zusätzliche Abstellpositionen und eine flexiblere Nutzung der beiden Bahnen. An der Obergrenze ändert sich nichts: Wie schon im ursprünglichen Antrag von 2015 bleibt es bei maximal 131.000 Flugbewegungen in den sechs verkehrsreichsten Monaten des Jahres. Bis zu 128.000 davon sollen auf den Linien- und Charterverkehr entfallen, mindestens 3.000 auf sonstige Flüge.
Die Position des Flughafens
Der Flughafen hatte der NRZ zuvor erklärt, die Anpassung der Zweibahnstunden diene nicht dazu, den Gesamtverkehr auszuweiten. Flughafensprecher Marcus Schaff sagte, „Verkehrsspitzen können so besser gesteuert und Flugangebote zeitlich näher an der Nachfrage ausgerichtet werden.“
Kaarst und Meerbusch werfen dem Flughafen vor, mit veralteten Zahlen zu arbeiten. Sorge bereitet den Kommunen die Gesundheit der Menschen. Sie befürchten, dass sich Verspätungen künftig noch häufiger in die Nacht verlagern. Zudem werde der Lärmschutz für Kitas, Schulen und Altenheime in den Plänen weitgehend ignoriert. Der Ausbau hat auch Folgen für die Stadtplanung: Kommen neue Fluglärmschutzzonen, dürfen bestimmte Flächen nicht mehr bebaut werden. Allein in Kaarst steht damit ein geplantes Wohngebiet von 16 Hektar auf der Kippe.
Mülheim: „Kein Bedarf erkennbar“
Die Stadt Mülheim zweifelt den Bedarf an. Nach ihrer Stellungnahme gab es in den sechs verkehrsreichsten Monaten 2025 rund 94.500 Starts und Landungen, etwa 28 Prozent weniger als die bereits genehmigten 131.000 und etwa 24 Prozent weniger als 2019. Damals wurden unter der geltenden Genehmigung fast 125.000 Bewegungen erreicht.
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Das Gutachten des Flughafens geht davon aus, dass der Verkehr bis 2040 auf 128.100 Flugbewegungen wächst. Dafür wären nach Berechnung der Stadt Mülheim jedes Jahr gut zwei Prozent mehr Flüge nötig. Von Januar bis September 2026 lagen die Bewegungen nach Eurocontrol-Daten aber 1,5 Prozent unter dem Vorjahr.
Die Stadt fordert eine „belastbare und nachvollziehbare Darlegung, dass die beantragte Kapazität tatsächlich benötigt wird“.