„Sehen Berge als Spielplatz“

Touristen-Ärger bei der Bergwacht


11.05.2026 – 18:59 UhrLesedauer: 2 Min.

Einsatz der Bergwacht Ehrwald (Archivbild): Insbesondere auf der Zugspitze kam es zuletzt vermehrt zu brenzligen Situationen. (Quelle: Facebook/Bergwacht Ehrwald)

Pseudo-Alpinisten planen ihre Route mit TikTok – und halten die Bergretter in Österreich auf Trab. Jetzt macht einer von ihnen seinem Ärger Luft.

Die Bergwacht im österreichischen Ehrwald hat derzeit vermehrt mit Abenteurern ohne alpine Kenntnisse zu tun, die in Not geraten und aufwendig gerettet werden müssen. Robin Lutnig, Chef der örtlichen Bergrettung, sagte der „Kronen Zeitung“: „Sie sind über die sozialen Medien auf Touren gestoßen und sehen die Berge als Spielplatz.“

Insbesondere auf der Zugspitze habe es zuletzt vermehrt Einsätze gegeben. Allein am vorvergangenen Sonntag, 3. Mai, hätten die Bergretter dort gleich drei feststeckende Bergsteiger aus ihrer misslichen Lage befreien müssen. „Je extremer eine Tour zu sein scheint, desto lieber haben sie es“, so das Urteil des Bergretters.

  • „Nach zwölf Minuten keine Chance mehr“: Bergretter schildert dramatische Erlebnisse
  • „Einfach am Berg zurückgelassen“: Bergsteiger Lukas Wörle über Moment, der alles verändert

In der Regel handele es sich um Menschen unter 20 Jahre, die zwar „in der Regel gut ausgerüstet“ und auch konditionell fit seien, denen aber „jede Erfahrung und jedes Gespür für die Berge“ fehle, so Lutnig. In der Wandersaison dieses Jahres seien schon 30 Abenteurer gerettet worden, die ohne Hilfe nicht mehr weitergekommen wären. Die

Alpen: Bergwacht appelliert an Menschenverstand

Anfang April hatte die Bergwacht Ehrwald auf Facebook von mehreren Personen berichtet, die wegen „mangelhafter Planung oder fehlender Ausrüstung“ blockiert gewesen seien. „Um solche Einsätze zu vermeiden, appellieren wir stark an den Hausverstand und an das umfangreiche Informieren über solche Touren.“ Explizit baten die Bergretter darum, sich bei lokalen Alpinschulen über die Routen zu informieren, „nicht bei TikTok oder Instagram“.

In der vergangenen Wintersaison starben in den europäischen Alpen so viele Menschen wie seit Jahren nicht mehr: 125 Menschen kamen allein durch Lawinen ums Leben.

Share.
Exit mobile version