Prozess im Mordfall Fabian

Gina H.: Wichtiges Detail muss korrigiert werden


15.06.2026 – 12:46 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Angeklagte im Fall Fabian, Gina H., und einer ihrer Verteidiger, Andreas Ohm, im Saal des Landgerichts Rostock (Archivbild): Gegen die 30-Jährige liegen zahlreiche Indizien vor.

Die Angeklagte im Fall Fabian, Gina H., und einer ihrer Verteidiger, Andreas Ohm, im Saal des Landgerichts Rostock (Archivbild): Gegen die 30-Jährige liegen zahlreiche Indizien vor. (Quelle: A7120 Bernd Wüstneck/dpa)

Zahlreiche Indizien sprechen im Mordfall Fabian aus Güstrow gegen die Angeklagte Gina H. Doch in einem Punkt hat das Gericht eine Korrektur vornehmen müssen.

Im Prozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow fällt ein Indiz gegen die Angeklagte Gina H. offenbar weg, während viele weitere Spuren nach wie vor gegen die 30 Jahre alte Angeklagte, die Partnerin von Fabians Vater, sprechen.

Fabian war am 10. Oktober vorigen Jahres mit sechs Messerstichen getötet worden, laut Staatsanwaltschaft in den Vormittagsstunden zwischen 10.50 Uhr und 13 Uhr. Seine Leiche wurde erst vier Tage später an einem Tümpel bei Klein Upahl (Landkreis Rostock) entdeckt, rund 15 Kilometer von seinem Zuhause in Güstrow entfernt. Seit Ende April läuft vor dem Landgericht Rostock der Mordprozess gegen Gina H. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

  • Alle Entwicklungen: Fall Fabian aktuell – achtjähriger Junge aus Güstrow getötet
  • Zum Nachlesen: Fall Fabian 11. Prozesstag – im Liveticker

Bereits am dritten Prozesstag hatte das Gericht Bezug auf den Google-Suchverlauf der Angeklagten genommen. Gina H. soll demnach am 10. Oktober um 19.22 Uhr nach „Vermisste Person Güstrow“ gesucht haben. Allerdings: Zu diesem Zeitpunkt konnte sie noch gar nichts vom Verschwinden des Jungen wissen. Fabians Vater informierte sie an dem Tag erst um 20.17 Uhr darüber, dass sein Sohn verschwunden sei und nach ihm gesucht werde.

Doch offenbar stimmten die ausgewerteten Uhrzeiten teilweise nicht, wie eine Sprecherin des Landgerichts t-online am Montag bestätigte. Ein Polizeibeamter hatte in der vergangenen Woche eine ausführliche Auswertung des Handys der Angeklagten vorgestellt – mit korrekten Uhrzeiten. Dabei kam heraus: „Die Google-Suche nach einer vermissten Person erfolgte tatsächlich erst kurz nachdem sie vom Vater informiert worden war“, so die Gerichtssprecherin. Damit dürfte ein Indiz gegen Gina H. weggefallen sein. Die Google-Suche nach einer vermissten Person dürfte ihr nun kaum mehr negativ ausgelegt werden können.

Fall Fabian: Viele Indizien belasten Gina H.

Allerdings belasten viele weitere Indizien Gina H., darunter auch weitere Suchanfragen: So googelte die Angeklagte etwa am 11. Oktober „Fressen Wildschweine tote Menschen“. Zu dem Zeitpunkt wurde noch fieberhaft nach Fabian gesucht.

Im Laufe des Prozesses im Fall Fabian sagten zudem zahlreiche Zeugen aus, die Gina H. ebenfalls belasten. Am Freitag war etwa ein Zeuge geladen, der nach eigener Aussage von Gina H. gezielt zur Leiche des Jungen geführt worden war – und das bereits am Abend des 13. Oktober, einen Tag vor dem offiziellen Auffinden des Leichnams. Gina H. hatte demnach gezielt den Tümpel bei Klein Upahl vorgeschlagen, um nach Fabian zu suchen.

Share.
Exit mobile version