Touristenandrang

Ärger um Elbfähren: „Wir sind darauf angewiesen“

15.06.2026 – 16:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Hadag-Fähre fährt an den Landungsbrücken vorbei: Bewohner südlich der Elbe klagen über volle Schiffe und ausgefallene Fahrten. (Quelle: Hanno Bode/imago-images-bilder)

Viele Touristen nutzen die Hadag-Fähren als günstige Hafenfahrt. Für Bewohner südlich der Elbe wird das zum Problem: Sie klagen über volle Schiffe, Gedränge und Ausfälle.

Auf den Hadag-Fähren zwischen den Landungsbrücken und Finkenwerder gibt es zunehmend Ärger. Bewohner aus Finkenwerder und Cranz klagen über volle Schiffe, ausgefallene Fahrten und Gedränge an den Anlegern.

„Wir Anwohner südlich der Elbe, insbesondere Finkenwerder und Cranz, sind auf die Fähren angewiesen“, sagte ein Bewohner dem „Hamburger Abendblatt“. Als Alternative bleibe vielen nur die Buslinie 150 durch den Elbtunnel. Diese sei wegen Staus und Baustellen aber häufig unzuverlässig, schilderten Bewohner der Zeitung.

Linie 62 ist bei Touristen beliebt

Besonders betroffen ist die Linie 62 zwischen den Landungsbrücken und Finkenwerder. Sie wird auch von vielen Touristen genutzt, weil die Fahrt mit einem normalen HVV-Ticket möglich ist.

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Die Hadag nannte dem „Abendblatt“ mehrere Gründe für Ausfälle. Dazu gehörten technische Defekte, Werftaufenthalte nach Winterschäden und Krankheitsfälle beim Personal. Von Januar bis Ende Mai seien auf den Linien 62, 64 und 68 insgesamt 47.011 Fahrten durchgeführt worden. 2.296 Fahrten seien ausgefallen, teilte das Unternehmen der Zeitung mit.

Auch der NDR hatte im Januar über Probleme auf der Verbindung berichtet. Nach Berechnungen von NDR 90,3 fielen im vergangenen Jahr allein auf der Linie 62 rund 3.000 Fahrten aus. Das waren dem Sender zufolge etwa 600 mehr als im Jahr davor.

Hadag lehnt Bevorzugung ab

Eine Bevorzugung von Anwohnern oder Pendlern lehnt die Hadag ab. Eine Sprecherin sagte dem „Abendblatt“, ein öffentliches Verkehrsunternehmen müsse alle Fahrgäste gleich behandeln.

Auch Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter von Hamburg-Mitte, hält eine solche Lösung laut Zeitung kaum für umsetzbar. Er sieht das Hauptproblem demnach bei der angespannten Personallage.

Neubauer fordert dennoch kurzfristige Lösungen für den Sommer. Auch die CDU will das Thema in die Bürgerschaft einbringen.

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