Offensiv und exzentrisch
Dafür steht der mutmaßliche neue Eintracht-Trainer
Aktualisiert am 29.01.2026 – 19:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Die SGE hat offenbar einen neuen Coach an der Angel. Der Spanier steht für eine klare Spielidee – und ein leidenschaftliches, teils auch kontroverses Auftreten.
Eintracht Frankfurt steht wohl kurz vor der Verpflichtung von Albert Riera als Cheftrainer. Der 43-jährige Spanier gilt als Wunschkandidat der Klubführung. Noch ist der Wechsel aber nicht offiziell: Riera hat beim slowenischen Erstligisten NK Celje noch bis 2028 Vertrag, die Eintracht müsste daher eine Ablöse zahlen. Beim Spiel gegen Bayer Leverkusen am Samstag (Anpfiff: 15.30 Uhr) soll er wohl noch nicht auf der Bank sitzen.
Fußballerisch steht Riera für einen modernen, dominanten Ansatz. Seine Teams setzen auf hohen Ballbesitz, aggressives Pressing und klare Positionsstrukturen im Spielaufbau. Beobachter beschreiben seinen Stil als intensiv und kontrollorientiert, mit dem Ziel, den Gegner früh zu binden und dauerhaft unter Druck zu setzen. Damit passt Riera gut zu dem, was Sportvorstand Markus Krösche von seinem Trainer einfordert: offensiven und mutigen Fußball spielen lassen.
Riera gilt als emotionaler und polarisierender Trainer. In Slowenien wird er als sehr präsent an der Seitenlinie wahrgenommen, zugleich als jemand, der auch öffentlich aneckt.
Als Trainer hat sich Riera in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht – bisher außerhalb der europäischen Topligen. Mit seinem slowenischen Team Celje steht er aktuell an der Tabellenspitze und erreichte die Play-offs der Conference League. In der vergangenen Saison hatte er mit dem Team den slowenischen Pokal gewonnen.
In der Saison 2022/23 gewann er mit Olimpija Ljubljana das Double: die slowenische Meisterschaft sowie den Pokal. Bei Girondins Bordeaux sammelte er danach Trainererfahrung in der französischen Zweiten Liga. Zu Beginn seiner Trainerkarriere war er Co-Trainer bei Galatasaray Istanbul.
Als Spieler blickt Riera auf eine illustre Karriere zurück. Er spielte auf der linken Außenbahn unter anderem für den FC Liverpool, Manchester City und Galatasaray Istanbul, gewann nationale Titel und sammelte internationale Erfahrung in mehreren europäischen Topligen. Für die spanische Nationalmannschaft absolvierte er 16 Länderspiele.
Auch als Spieler machte er teils mit exzentrischem Verhalten Schlagzeilen. 2014 wurde Riera beim italienischen Erstligisten Udinese Calcio entlassen, nachdem er während eines Serie-A-Spiels seiner Mannschaft an einem Pokerturnier in Slowenien teilgenommen hatte. Allerdings war er zu dem Zeitpunkt ohnehin nur Reservist und hatte laut „transfermarkt.de“ Verletzungsprobleme. Nach seiner Rückkehr zu RCD Mallorca kam es erneut zu Spannungen, als er ankündigte, unter dem damaligen Trainer Miquel Soler nicht mehr spielen zu wollen.
Bei Eintracht Frankfurt wäre Riera der Nachfolger von Dino Toppmöller. Im sportlich unbedeutenden letzten Ligaspiel in der Champions League am Mittwoch (ab 21 Uhr) gegen Tottenham Hotspur wird Interimstrainer Dennis Schmitt das Eintracht-Team betreuen.










