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Home » AfD triumphiert – doch der Frust ist groß
Politik

AfD triumphiert – doch der Frust ist groß

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 21, 2026
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AfD nach den Wahlen

Das wird Folgen haben


Aktualisiert am 21.09.2026 – 10:05 UhrLesedauer: 5 Min.

imago images 0867351799Vergrößern des Bildes

Leif-Erik Holm: Aus der eigenen Partei gibt es Kritik am AfD-Ministerpräsidentenkandidaten. (Quelle: IMAGO/Marcus Brandt, Pool/dts Nachrichtenagentur/imago)

Die AfD fährt in Mecklenburg-Vorpommern wieder ein Rekordergebnis ein. Und doch sind Kritik und Unzufriedenheit groß.

Zwei Mal brandet auf der AfD-Wahlparty in Schwerin erleichterter, lauter Jubel auf. Einmal um 18 Uhr, als der Balken der AfD in der ersten Prognose über den der SPD hinausschießt. Die AfD – stärkste Kraft.

Das zweite Mal jubeln sie laut um 21 Uhr. Gerade ist die CDU in den Hochrechnungen unter die Fünfprozentmarke gefallen. Die CDU – vermutlich raus aus dem Landtag.

„Wir sind stärkste Partei, wir sind Volkspartei in Mecklenburg-Vorpommern“, ruft Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm auf der Bühne. Die CDU hingegen sei „pulverisiert“ worden. „AfD, AfD“, skandieren Teile des Publikums.

Es ist ein starkes Ergebnis für die AfD, ein sehr starkes sogar. Sie hatten hier zuletzt nicht mehr damit gerechnet, ihre Zuversicht war in den vergangenen Wochen gesunken.

Und doch ist der Jubel auf der Bühne, in die Kameras hinein, nur die halbe Wahrheit. Denn viele hier sind mit der eigenen Leistung nicht zufrieden, darunter auch die zentralen Köpfe dieses Wahlkampfs. Noch mehr wäre drin gewesen für sie, ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem „neuen Deutschland“ – so sehen sie es.

Diese Meinungen lassen sich in zwei Lager einteilen: Die vergleichsweise Moderaten in der AfD sind zufrieden. Die Radikalen sind es nicht. Und sie werden nun daran arbeiten, den Landesverband weiter in ihrem Sinne zu formen.

AfD-Bundeschef Tino Chrupalla, Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm: Freude um 18 Uhr.Vergrößern des Bildes
AfD-Bundeschef Tino Chrupalla, Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm: Freude um 18 Uhr. (Quelle: Jens Büttner/dpa)

Zum dritten Mal erst ist die AfD stärkste Kraft

Viel hat die Unzufriedenheit der einen damit zu tun, dass die AfD sich auf einem historischen Hoch befindet. Sie dominiert die Umfragen, den Diskurs, die Wahlkämpfe ihrer Gegner. Und mit Ulrich Siegmund hat in Sachsen-Anhalt gerade einer vorgemacht, dass die AfD es tatsächlich schaffen kann, das Momentum zu nutzen: Die Regierungsmacht ist dort zum Greifen nahe, endlich.

Leicht gerät dabei auch in der AfD in Vergessenheit, dass es für sie selbst im Osten keine Selbstverständlichkeit ist, bei Wahlen stärkste Kraft zu werden. Erst drei Mal überhaupt ist ihr das bisher gelungen: in Thüringen 2024, in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen. Und jetzt in Mecklenburg-Vorpommern.

AfD-Bundeschef Tino Chrupalla ist in solchen Momenten Realist und Optimist zugleich. „Politik ist Marathon und kein Sprint“, sagt er auf der Wahlparty in eine Kamera hinein. Die AfD habe sich in Sachsen-Anhalt mehr als verdoppelt, man könne mit dem Ergebnis „mehr als zufrieden“ sein.

Und nicht nur Chrupalla skizziert, wie die AfD dieses Ergebnis über die Landespolitik hinaus nutzen will: Von der „Kanzlerdämmerung“ sprechen sie hier auf der Bühne und davon, dass Merz als Kanzler den Winter nicht überstehen werde.

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