Drei Viertel der neuen Kapazität nutze Solarenergie, gefolgt in weitem Abstand von Windkraft, erklärte er weiter. Die Preise seien drastisch gesunken. Nummer eins bei Erneuerbaren sei Asien mit 2.891 Gigawatt Kapazität, dahinter komme Europa mit 934 Gigawatt.
Die Klimaschützer machen sich also Mut. Im Konkreten ist der internationale Prozess aber seit Jahren schwierig, nicht erst seit US-Präsident Donald Trump zu Beginn seiner zweiten Amtszeit 2025 erneut aus dem Pariser Klimaabkommen von 2015 ausstieg. Die bisherigen Bemühungen aller Länder zur Senkung ihrer Treibhausgase reichen bei weitem nicht aus für das Ziel, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen.
Bei der Klimakonferenz im brasilianischen Belém im November 2025 gelang kein konkreter Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Energien. Offen ist, ob eine für nächste Woche geplante Konferenz zum selben Thema im kolumbianischen Santa Rosa viel bringen wird.
Der türkische Umweltminister Murat Kurum, der gemeinsam mit seinem australischen Kollegen Chris Bowen die nächste UN-Klimakonferenz in Antalya vorbereitet, nutzte die Berliner Bühne für eine Mahnung. Er appellierte an alle Länder, die fälligen Meldungen für ihre nationalen Klimaziele einzureichen – 43 Staaten fehlten noch. Zugleich müssten die Geldgeber ihre Finanzierungszusagen für den globalen Klimaschutz einhalten und die Finanztöpfe auffüllen.
UN-Klimachef Stiell nannte weitere konkrete Schritte: die Beschleunigung des Netzausbaus, die Verminderung von Methan als besonders schädliches Klimagas und die Versorgung mit klimaresistenten Lebensmitteln kombiniert mit weniger Lebensmittelverschwendung.
UN-Generalsekretär António Guterres formulierte es in einer kurzen Videobotschaft an die Teilnehmer des Klimadialogs plakativ: „Wir können die Fehler der Vergangenheit wiederholen, oder wir können eine Revolution der Erneuerbaren von der Kette lassen. Lassen Sie uns die richtige Wahl treffen, für die Stabilität des Klimas, für Energiesicherheit, für eine lebenswerte Zukunft.“
Gastgeber Schneider weiß, dass noch nicht ausgemacht ist, ob der vermeintliche Rückenwind in der Krise stärker trägt als der politische Gegenwind. Der Druck gegen Klimapolitik sei überall spürbar, sagte der SPD-Politiker. „Gleichzeitig wollen die Menschen, dass wir Fortschritte beim Klimaschutz machen.“ In Deutschland hätten in einer Umfrage kürzlich 70 Prozent der Menschen gesagt, es sei richtig, bis 2045 klimaneutral zu werden. „Nur weil die Gegner oft lauter sind, heißt es nicht, dass sie die Mehrheit sind“, sagte Schneider.
