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Italiens Premierministerin Giorgia Meloni hat am Dienstag ein Schweizer Krankenhaus scharf gerügt, weil es angeblich den Familien einiger Opfer eines verheerenden Brandes in einer Bar im alpinen Skigebiet Crans-Montana am Silvesterabend Rechnungen gestellt hatte.

„Ich habe mit unserem Botschafter gesprochen: Die Schweizer Behörden haben uns versichert, dass es ein Fehler war und dass die Familien nichts zahlen müssen“, schrieb Meloni in einem Beitrag auf X.

„Aber ich habe den Botschafter gebeten, diesem Thema größtmögliche Aufmerksamkeit zu schenken, denn es wäre abscheulich, wenn solche Kosten den Opfern oder Italien aufgebürdet würden.“

Meloni sagte auch, dass ein Krankenhaus in Sitten 70.000 Euro für Patienten verlangt habe, die nur wenige Stunden im Krankenhaus waren, was sie als „Beleidigung zusätzlich zum Spott“ bezeichnete.

Der Brand in Le Constellation, einer Bar im gehobenen Alpenresort, brach in den frühen Morgenstunden des 1. Januar aus, als die Menschen das neue Jahr feierten.

Bei der Katastrophe kamen insgesamt 41 Menschen, die meisten davon Teenager, ums Leben, weitere 115 wurden verletzt.

Gegen neun Personen wird in dem Fall strafrechtlich ermittelt.

Zu ihnen gehören die französischen Besitzer der Bar, das Ehepaar Jacques und Jessica Moretti, denen fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung vorgeworfen werden.

Sie wurden zweimal ausführlich von Staatsanwälten und Anwälten der Zivilparteien befragt.

Im Januar sagten Meloni und der italienische Außenminister Antonio Tajani, sie hätten den Botschafter Roms in der Schweiz gebeten, mit der regionalen Staatsanwältin Beatrice Pilloud Kontakt aufzunehmen und ihre „starke Empörung“ über die Entscheidung, Jacques Moretti gegen Kaution freizulassen, zum Ausdruck zu bringen.

Italien habe zudem seinen Botschafter in der Schweiz zurückgerufen, um „zu entscheiden, welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden sollen“, heißt es in der Erklärung.

Der Vizepräsident des Schweizer Bundesrates, Ignazio Cassis, antwortete auf der Social-Media-Plattform X: „Wir verstehen den Schmerz, denn es ist auch unser Schmerz.“

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Feuer ausbrach, als Champagnerflaschen mit daran befestigten Wunderkerzen im Keller der Bar zu nahe an die Decke gehalten wurden und sich der Schallschutzschaum entzündete.

Am 6. Januar löste die Gemeinde Empörung aus, als sie bekannt gab, dass in der Bar seit 2019 keine jährliche Sicherheitskontrolle mehr durchgeführt wurde.

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