Nebenwirkungen möglich
Ibuprofen-Kombi: Experten mahnen zur Vorsicht
15.09.2026 – 15:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Kombipräparate mit Pseudoephedrin sollen eine verstopfte Nase befreien und Schmerzen lindern. Doch eine Arzneimittelkommission warnt vor möglichen Nebenwirkungen.
Eine verstopfte Nase kann bei einer Erkältung ebenso auftreten wie bei Heuschnupfen. Zur Behandlung solcher Beschwerden stehen auch frei verkäufliche Kombinationspräparate mit Pseudoephedrin zur Verfügung. Der Wirkstoff lässt die Schleimhäute in Nase und Nebenhöhlen abschwellen und wird bei einer Erkältung unter anderem mit Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS) kombiniert, bei einer Allergie mit Wirkstoffen wie Cetirizin, Tiprolidin oder Desloratadin.
Allerdings ist der Wirkstoff nicht unumstritten. Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) hat nun ausgewertet, welche Verdachtsfälle von Nebenwirkungen ihr zu solchen Präparaten vorliegen. Vor allem allergische Reaktionen und kardiovaskuläre Nebenwirkungen traten auf. Die Fachleute raten daher, mögliche Risiken und bestehende Erkrankungen vor der Anwendung sorgfältig zu berücksichtigen.
Dagegen wird Pseudoephedrin noch eingesetzt
Pseudoephedrin kommt bei Erkältungen nicht nur zum Einsatz, wenn die Schleimhäute von Nase und Nebenhöhlen geschwollen sind. In Kombinationspräparaten mit Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS) sollen gleichzeitig begleitende Beschwerden wie Kopfschmerzen, Fieber und erkältungsbedingte Schmerzen gelindert werden.
Vor allem Herz-Kreislauf-Beschwerden gemeldet
Zwischen dem 1. Januar 2013 und dem 30. Juni 2026 registrierte die AMK 51 Verdachtsfälle unerwünschter Arzneimittelwirkungen im Zusammenhang mit sieben rezeptfreien Präparaten. 15 Meldungen betrafen Kombinationen mit sogenannten H1-Antihistaminika, also Wirkstoffen gegen Allergien, 19 Kombinationen mit ASS und 17 solche mit Ibuprofen.
In 31 Fällen meldeten Betroffene Herz-Kreislauf-Beschwerden wie Herzrasen oder einen Blutdruckanstieg. 19 Berichte nannten allergische Reaktionen wie Hautausschlag oder Juckreiz. Sieben Meldungen enthielten Beschwerden aus beiden Gruppen. Ein altersabhängiges Risiko kann die AMK aus den Daten nicht ableiten.
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Warum Pseudoephedrin den Kreislauf beeinflussen kann
Zu einer genaueren Betrachtung der möglichen Risiken veranlasste die AMK unter anderem ein Fall, über den die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft berichtet hatte. Ein 42-jähriger Mann nahm erstmals ein Kombinationsmittel mit Pseudoephedrin und ASS ein. Innerhalb von 30 Minuten bekam er Schmerzen im Brustkorb und Schweißausbrüche. Später traten Kammerflimmern, Verkrampfungen der Herzkranzgefäße und ein Herzinfarkt auf. Ärzte mussten den Mann wiederbeleben und setzten mehrere Stents ein.
Eine mögliche Erklärung liegt in der Wirkung von Pseudoephedrin: Der Wirkstoff fördert die Freisetzung des körpereigenen Botenstoffs Noradrenalin. Dadurch verengen sich Blutgefäße, und die Schleimhäute in Nase und Nebenhöhlen schwellen ab. Gleichzeitig kann diese Gefäßverengung den Blutdruck erhöhen und Gefäßkrämpfe auslösen. Das könnte laut AMK den Zusammenhang mit den beobachteten Verkrampfungen der Herzkranzgefäße erklären.
Als mögliche Ursache kam in dem Fall allerdings auch eine allergische Reaktion auf ASS infrage.
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