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Home » Was Telemedizin leisten kann – und was nicht
Gesundheit

Was Telemedizin leisten kann – und was nicht

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 15, 2026
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Mehr Patienten, nicht genügend Ärzte: Die möglichen Änderungen bei der Krankschreibung verunsichern viele. Bei der Suche nach Lösungen stoßen Patienten mitunter auf digitale Gesundheitsanbieter. Könnten sie helfen?

Die telefonische Krankschreibung soll nach dem Willen der Bundesregierung abgeschafft werden. Wer eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung benötigt, müsste sich dann wieder von einem Arzt untersuchen lassen – und das womöglich schon ab dem ersten Tag. Die Bundesärztekammer hat sich wiederholt dagegen ausgesprochen: Zu groß wäre die Belastung für die verfügbaren Arztpraxen. Und auch das Ansteckungsrisiko in den Praxen könnte dadurch unnötig steigen.

Telemedizin könnte helfen, sagen digitale Plattformen wie DoktorABC. Sie vernetzen Patienten mit lizenzierten Ärzten. Im Gespräch mit t-online erklärt David Barnan, bei DoktorABC für das operative Geschäft verantwortlich, warum er die bisherigen Pläne der Bundesregierung für unzureichend hält, ob Telemedizin den zusätzlichen Bedarf überhaupt decken kann und wo noch nachgeschärft werden müsste.

David Barnan
David Barnan (Quelle: DoktorABC)

Zur Person

David Barnan ist Chief Operating Officer von DoktorABC. Dort verbindet er Kreativstrategie, KI-Anwendungen für Verbraucher und operative Führung, um die patientenzentrierte digitale Gesundheitsversorgung voranzubringen. Seit über einem Jahrzehnt ist er darauf spezialisiert, leistungsstarke Teams aufzubauen und datengetriebene Produkt-Ökosysteme zu skalieren.

t-online: Die Bundesregierung will die telefonische Krankschreibung abschaffen. Sind Sie die großen Gewinner dieser Entscheidung?

David Barnan: Grundsätzlich könnte die Telemedizin helfen, denn nach den geplanten Regelungen müssten Ärzte die Patienten sehen, allerdings nicht zwingend persönlich. Eine Videosprechstunde wäre deshalb möglich. Ob Telemedizin-Anbieter künftig tatsächlich Krankschreibungen anbieten können, hängt aber von der endgültigen Ausgestaltung des Gesetzes ab. Bislang sehen wir die Pläne skeptisch.

Die Änderung wurde nicht ausreichend vorbereitet. Bevor man eine solche Regel einführt, sollte man wissen, wie viele Menschen davon betroffen sind, ob genügend Ärzte für die zusätzliche Nachfrage zur Verfügung stehen, und den Telemedizin-Anbietern genügend Zeit geben, sich darauf vorzubereiten. Bei den bisherigen Plänen fehlen die nötigen Kapazitäten.

Könnte die Telemedizin überhaupt den zusätzlichen Bedarf auffangen?

Telemedizin kann ein Teil der Lösung sein. Viele Anbieter haben bereits die technischen Voraussetzungen für Videosprechstunden. Aber auch wir als großer Anbieter stehen vor Herausforderungen. Wir können derzeit Hunderte Patienten am Tag versorgen – aber nicht Tausende oder Zehntausende. Dafür haben auch wir nicht genügend Ärzte. Und wir spüren bereits jetzt ein wachsendes Interesse bei den Menschen. Deshalb bauen wir unsere Infrastruktur aus und suchen weitere Ärzte.

Warum verzeichnen Sie bereits jetzt mehr Anfragen? Die neue Regel gilt ja noch gar nicht.

In der Woche, in der die Bundesregierung ihre Pläne angekündigt hat und intensiv darüber diskutiert wurde, ist die Zahl der Abrufe unserer Webseite um etwa 20 Prozent gestiegen. Unter anderem kamen Menschen auf unsere Internetseite, die nach Privatärzten oder Möglichkeiten für eine Online-Krankschreibung gesucht haben.

Gibt es angesichts des Ärztemangels überhaupt genügend Mediziner, die Sie zusätzlich für Ihr Modell gewinnen können?

Das ist tatsächlich eine Herausforderung. Aber grundsätzlich sehen wir noch Potenzial, weitere Ärzte für unser Netzwerk zu gewinnen.

Verändert die neue Situation Ihr Geschäftsmodell?

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