Plus bei Erdbeeren
Spargel-Ernte schwächelt: Landwirte sind besorgt
27.08.2026 – 14:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Getreide, Erdbeeren, Kirschen – die Erntemengen stimmen. Doch beim Spargel sieht es in Brandenburg anders aus. Woran das liegt.
Mehrere Kulturen brachten 2026 mehr ein als im Vorjahr – doch die gestiegenen Betriebskosten trüben die Bilanz für Brandenburger Landwirte. Das Verhältnis von Erlösen zu Kosten stimme nicht mehr, erklärte Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbands Brandenburg. Hohe Diesel- und Düngerpreise sowie Konkurrenz auf den Märkten bereiteten vielen Betrieben zunehmend Sorgen.
Zwei Kulturen blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Beim Raps sank der Ertrag nach Angaben des Landesbauernverbands von 2,7 auf 2,1 Tonnen je Hektar – den Bauern zufolge vor allem wegen Schädlingsbefalls durch den Kreuzblütler.
Weniger Spargel geerntet – das ist der Grund
Beim Spargel fiel die Ernte laut Gartenbauverband um sieben bis zehn Prozent auf 18.500 Tonnen; als Ursache nannte der Verband die Trockenheit. Viele Betriebe blickten mit Sorge auf das kommende Jahr, sagte Verbandspräsident Klaus Henschel. In größeren Betrieben sollen künftig auch Erntemaschinen als Alternative zu Erntekräften eingesetzt werden.
Bei der Getreideernte verzeichneten die Landwirte nach Verbandsangaben ein Plus von rund sechs Prozent – insgesamt rund 2,3 Millionen Tonnen. Weizen brachte demnach 6,2 Tonnen je Hektar, Gerste 6,6 Tonnen, Roggen 4,3 Tonnen.
Dass die Mengen trotz schwieriger Witterung stabil blieben, sei bemerkenswert: Im Juni hätten extreme Temperaturen sichtbare Schäden verursacht. Wendorff, Präsident des Landesbauernverbands Brandenburg, sagte: „Wir konnten zusehen, wie uns der Weizen bei Temperaturen von 40 Grad regelrecht auf dem Halm abstarb.“
So lief die Ernte bei Erdbeeren und Süßkirschen
Auch bei Erdbeeren und Süßkirschen fiel die Ernte nach Angaben des Gartenbauverbands Berlin-Brandenburg überdurchschnittlich aus. Im Freiland wurden demnach rund 940 Tonnen Erdbeeren geerntet – 43 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den Süßkirschen erholte sich die Ernte nach zwei schwachen Jahren auf rund 438 Tonnen. An manchen Standorten hätten extreme Temperaturen die Erdbeeren jedoch beschädigt, so Henschel.
Die Heidelbeerernte läuft nach Verbandsangaben noch bis Ende September; die erwarteten Erträge seien befriedigend. Zunehmende Importe neuer Sorten mit großen Früchten setzten Brandenburger Betriebe unter Druck – eine Sortenumstellung sei für viele Erzeuger schwierig, erklärte der Gartenbauverband.