Meist Frauen betroffen
Finger plötzlich blau? Es könnte das Achenbach-Syndrom sein
Aktualisiert am 01.08.2026 – 08:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Wenn die Innenseite eines Fingers anschwillt, schmerzt und blau wird, ist das beunruhigend, aber oft harmlos. Was hinter dem Achenbach-Syndrom steckt.
Vor Kurzem noch die schweren Einkaufstaschen geschleppt, und plötzlich färbt sich ein Finger auf der Innenseite blau und schwillt an: Das könnte auf das sogenannte Achenbach-Syndrom hinweisen. Es entsteht häufig nach einer mechanischen Belastung – wie etwa dem Tragen einer Tasche –, kann aber auch ohne ersichtlichen Auslöser auftreten.
Achenbach-Syndrom: Symptome meist typisch
Symptome des Achenbach-Syndroms sind:
- plötzlich einsetzende, stechende oder brennende Schmerzen an der Innenseite eines Fingers (seltener der ganzen Hand)
- nach wenigen Minuten: eine zunehmende Schwellung des betroffenen Fingers
- nach 30 bis 60 Minuten: eine Blaufärbung durch einen Bluterguss, die sich bis in die Fingerbeere und Handinnenfläche ausdehnen kann
Das Achenbach-Syndrom kommt vor allem bei Frauen mittleren Alters vor. Männer sind nur selten betroffen. In den meisten Fällen tritt es an einem oder wenigen Fingern gleichzeitig auf. Besonders häufig zeigt sich das Achenbach-Syndrom an den Innenseiten der Mittel-, Zeige- oder Ringfinger, nur selten an der ganzen Hand.
Manche Betroffene verspüren keine Schmerzen oder nur einen Juckreiz. Wenn es zu Schmerzen kommt, lassen diese mit Einsetzen des Blutergusses langsam nach.
Mehr wissen
Das Achenbach-Syndrom ist nach dem Arzt Walter Achenbach (1921–2015) benannt. Fachleute bezeichnen es auch als paroxysmales Fingerhämatom. Der Begriff „paroxysmal“ bedeutet so viel wie „anfallsartig“ und weist somit darauf hin, dass die Symptome plötzlich einsetzen. „Hämatom“ ist der Fachbegriff für einen Bluterguss.
Ist das Achenbach-Syndrom gefährlich?
Das Achenbach-Syndrom ist nicht gefährlich. Die Symptome bilden sich von selbst zurück.
Die plötzliche Blaufärbung entsteht durch einen Bluterguss unter der Haut. Der Körper behebt den Schaden von selbst: Nach spätestens drei Tagen ist der Bluterguss verschwunden.
Die Ursachen des Achenbach-Syndroms sind bislang unklar. Viele Fachleute vermuten, dass der Bluterguss entsteht, weil eine kleine Vene (Venole) gerissen ist. Warum das passiert, ist nicht ausreichend erforscht. Eine Annahme ist, dass die Gefäßwände der Venolen bei betroffenen Personen schwächer sind als bei anderen Menschen. Andere Theorien gehen von einem Gefäßwandschaden durch eine allergische Reaktion oder von einer neurovegetativen Störung als Ursache aus.
Hormonelle Faktoren könnten ebenfalls eine Rolle spielen, da das Achenbach-Syndrom vor allem bei Frauen mittleren Alters vorkommt. Inwieweit etwa die Wechseljahre ein Auslöser sein könnten, ist nicht bekannt.
Kein Zusammenhang mit Schlaganfall
Das Achenbach-Syndrom wird gelegentlich auch als Fingerapoplexie bezeichnet. Dieser Name kann irreführend sein und an einen Schlaganfall denken lassen – denn dieser wird auch Apoplex oder Aploplexie genannt. Mit einem Schlaganfall hat das Achenbach-Syndrom jedoch nichts zu tun. Ob die Störung die Lebenserwartung senkt, lesen Sie hier.
Was hilft gegen das Achenbach-Syndrom?
Eine Therapie ist beim Achenbach-Syndrom nicht nötig. Hilfreich kann es sein, den vom Bluterguss betroffenen Bereich vorübergehend zu kühlen und zu schonen.










