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Home » So geht es für den Möbelhersteller Interlübke weiter
Wirtschaft

So geht es für den Möbelhersteller Interlübke weiter

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 28, 2026
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So geht es für den Möbelhersteller Interlübke weiter

Nach Insolvenz

Traditionshersteller Interlübke gerettet


28.07.2026 – 16:24 UhrLesedauer: 2 Min.

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Interlübke-Studio in Köln: Das Unternehmen kann weitermachen. (Quelle: imago stock&people/imago)

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Der Iran-Krieg trieb den Designmöbelhersteller Interlübke im April in die Insolvenz. Nun steigt ein Investor aus der Nachbarschaft ein.

Der Möbelhersteller Interlübke hat einen Investor gefunden. Die Langhorst-Gruppe aus Rietberg übernimmt das Unternehmen aus dem ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück und sichert damit 87 Arbeitsplätze und die Ausbildungsplätze am Standort, wie die „WirtschaftsWoche“ berichtet. Gesucht hatte den Investor der vorläufige Insolvenzverwalter Yorck Streitbörger. Damit geht ein Familienunternehmen an ein anderes über.

Langhorst produziert in Rietberg, in Lippstadt-Rebeke und im bosnischen Cazin. Neben der Hausmarke gehören nach Unternehmensangaben auch Venjakob, Boho, Thielemeyer und Form 1 zur Gruppe. Streitbörger hält den Neustart für aussichtsreich: „Interlübke verfügt über eine exzellente Marktpositionierung und eine weltweit geschätzte Design-Expertise“, sagte er.

  • Traditionsbetrieb schließt: 170 Jobs weg
  • Nach Insolvenz: Spielzeughersteller stellt Betrieb ein

Heizöl kostete 50.000 Euro mehr im Monat

Die Lübke GmbH, das Unternehmen hinter der Marke, hatte Ende April Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Bielefeld setzte Streitbörger als vorläufigen Insolvenzverwalter ein. Als akuten Auslöser nannte Mitgesellschafter Ralf Oehmke damals den Iran-Krieg. Das Werk in Rheda-Wiedenbrück werde noch mit Öl beheizt, und „genau dort hat uns die Kostenexplosion in den letzten Wochen massiv getroffen“, sagte er.

Allein die Mehrkosten für das Heizöl betrugen laut Streitbörger rund 50.000 Euro pro Monat. Hinzu kamen nach Oehmkes Angaben wöchentliche Preiserhöhungen von Spediteuren sowie von Holz- und Lacklieferanten. Auch die Kunden hielten ihr Geld zusammen: „Ausgaben für Möbel werden zeitlich eher nach hinten geschoben.“

Verluste waren zuletzt gesunken

Schwierigkeiten hatte Interlübke schon vor dem Krieg. Ralf Oehmke und sein Bruder Frank hatten das Unternehmen im August 2022 übernommen. Das Minus sank nach Oehmkes Angaben von zunächst 1,5 Millionen Euro auf 800.000 Euro im Folgejahr und auf rund 250.000 Euro im Jahr 2025. „Die Sanierung schlug an. Aber am Ende fehlte nach den schwierigen Jahren die Resilienz, um die akuten Belastungen durchstehen zu können“, erklärte er.

Die Geschichte des Unternehmens reicht bis 1937 zurück, als Leo und Hans Lübke die ersten Möbel fertigen ließen. In den Sechzigerjahren belieferte die Firma Kunden im In- und Ausland, darunter das äthiopische Kaiserhaus. 2012 musste Interlübke schon einmal Insolvenz anmelden, danach wechselten die Eigentümer mehrfach.

Auch die übrige Branche kämpft mit der Zurückhaltung der Kunden. Die deutsche Möbelindustrie setzte im vergangenen Jahr rund 15,8 Milliarden Euro um, 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr. In den ersten vier Monaten dieses Jahres kamen die Hersteller auf etwa 5,1 Milliarden Euro, ein Rückgang um 2,1 Prozent. Besonders betroffen sind die Hersteller von Polstermöbeln.

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