Deutscher Weltmarke droht Zerschlagung
Batteriehersteller Varta meldet Insolvenz an
Aktualisiert am 24.07.2026 – 15:06 UhrLesedauer: 3 Min.
Es hatte sich bereits abgezeichnet: Varta hat vier Insolvenzanträge gestellt. Eine Zerschlagung steht bevor.
Der schwäbische Batteriehersteller Varta hat nach eigenen Angaben einen Antrag auf eine vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Zuvor war in dieser Woche bekannt geworden, dass eine Zerschlagung des Unternehmens aus Ellwangen droht, weil wichtige Geldgeber das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen wollen.
Das zuständige Stuttgarter Amtsgericht bestätigte den Eingang von vier Insolvenzanträgen des angeschlagenen Batterieherstellers. Sie würden geprüft, teilte eine Sprecherin mit.
Varta stellt vier Insolvenzanträge
Aufgrund zahlreicher gruppeninterner Wechselbeziehungen sind neben der Varta AG als Konzernmuttergesellschaft auch die operativen Einheiten Varta Microbattery GmbH, Ellwangen, Varta Micro Production GmbH, Nördlingen, und Vatra Storage GmbH, von der Insolvenz betroffen. Dabei wird für die Varta Microbattery GmbH, Ellwangen ebenfalls ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angestrebt.
Nicht von der Insolvenz betroffen ist nach eigenen Angaben der Bereich Consumer Batteries für klassische Haushaltsbatterien, der das Unternehmen in der Vergangenheit zu einer deutschen Weltmarke gemacht hatte. Schließlich finden sich die blau-gelben Batterien aus dem schwäbischen Ellwangen seit Jahrzehnten in Millionen Haushalten weltweit wieder.
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Deutsche Weltmarke ist insolvent: Gründe für die Schieflage
Geschäftsführer Michael Ostermann erklärte in einer Mitteilung: „Dieser leider unvermeidbare Schritt macht mich persönlich sehr betroffen. Die Varta AG hatte in den vergangenen Quartalen mit großen Herausforderungen zu kämpfen.“ Als Ursache für die Insolvenz wird eine strukturelle Finanzierungslücke in 2027 angeführt. Hinzu kamen nach eigener Aussage deutlich verschlechterte Marktbedingungen, eine schwächere Nachfrage, negative Währungskurseffekte sowie zuletzt die Entscheidung eines Ankerkunden, die Zusammenarbeit zu beenden.
Auch wenn keine akute Zahlungsunfähigkeit im laufenden Geschäftsbetrieb bestehe, erschweren zahlreiche konzerninterne Verflechtungen die Sanierung und führen zu Folgeinsolvenzen.
Grundsätzliches Ziel bleibt aber die unveränderte Fortführung des Geschäftsbetriebs. Man sei sich der Verantwortung bewusst und arbeite „mit aller Kraft daran, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten, eine nachhaltige Fortführung zu ermöglichen und für alle Stakeholder die bestmöglichen Perspektiven zu schaffen“.
Nach Insolvenz von Varta: Gläubiger weisen auf Finanzlage hin
Die sogenannte Ad-hoc-Gläubigergruppe um die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox begründete ihr Vorgehen mit der angespannten Finanzlage des insolventen Unternehmens.
Eine unabhängige Analyse habe ergeben, dass Varta kurzfristig zusätzliches Geld im mittleren zweistelligen Millionenbereich benötige. Trotz intensiver Gespräche habe sich niemand bereit erklärt, weiteres Kapital bereitzustellen.
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