Zerschlagung droht
Batteriehersteller Varta meldet Insolvenz an
Aktualisiert am 24.07.2026 – 14:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Es hatte sich bereits abgezeichnet: Varta hat vier Insolvenzanträge gestellt. Eine Zerschlagung steht bevor.
Der schwäbische Batteriehersteller Varta hat nach Angaben aus Finanzkreisen einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Zuvor war in dieser Woche bekannt geworden, dass eine Zerschlagung des Unternehmens aus Ellwangen droht, weil wichtige Geldgeber das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen wollen.
Das zuständige Stuttgarter Amtsgericht bestätigte den Eingang von vier Anträgen. Sie würden geprüft, teilte eine Sprecherin mit. Nicht betroffen ist nach eigenen Angaben der Bereich Consumer Batteries für klassische Haushaltsbatterien.
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Geschäftsführer Michael Ostermann erklärte in einer Mitteilung: „Dieser leider unvermeidbare Schritt macht mich persönlich sehr betroffen. Die Varta AG hatte in den vergangenen Quartalen mit großen Herausforderungen zu kämpfen.“ Man sei sich der Verantwortung bewusst und arbeite „mit aller Kraft daran, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten, eine nachhaltige Fortführung zu ermöglichen und für alle Stakeholder die bestmöglichen Perspektiven zu schaffen“.
Die sogenannte Ad-hoc-Gläubigergruppe um die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox begründete ihr Vorgehen mit der angespannten Finanzlage des Unternehmens. Eine unabhängige Analyse habe ergeben, dass Varta kurzfristig zusätzliches Geld im mittleren zweistelligen Millionenbereich benötige. Trotz intensiver Gespräche habe sich niemand bereit erklärt, weiteres Kapital bereitzustellen.
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Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 3.260 Menschen, viele davon am Stammsitz in Ellwangen. Geschäftszahlen veröffentlichte Varta zuletzt im Jahr 2024. Damals erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 793 Millionen Euro und einen Verlust von 64,5 Millionen Euro. Der Konzern produziert neben den bekannten Haushaltsbatterien unter anderem Mikrobatterien für Hörgeräte sowie Energiespeicher.
Varta: Sanierung sollte Insolvenz vermeiden
2024 hatte sich Varta im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes (StaRUG) neu aufgestellt, um eine Insolvenz abzuwenden. Altaktionäre verloren dabei ihre Beteiligungen, Gläubiger verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen. Anfang April 2025 erklärte Varta die Restrukturierung für abgeschlossen und sah sich wieder auf Kurs.
Doch die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich erneut. Ein Werk mit rund 350 Mitarbeitern im bayerischen Nördlingen soll noch im Herbst geschlossen werden. Apple war als wichtigster Kunde für den Standort abgesprungen, wie im Mai bekannt wurde. Neue Großkunden fehlten. Varta stellt dort noch bis November Knopfbatterien für die kabellosen Kopfhörer des US-Konzerns her – die sollen künftig aber wohl aus Asien kommen.











