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Home » Wohnungsbau in Deutschland: Ifo erwartet neuen Tiefstand
Wirtschaft

Wohnungsbau in Deutschland: Ifo erwartet neuen Tiefstand

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 23, 2026
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Wohnungsbau in Deutschland: Ifo erwartet neuen Tiefstand

Ifo-Prognose

Deutschland baut noch weniger Wohnungen


23.07.2026 – 11:58 UhrLesedauer: 2 Min.

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Baustelle eines Mehrfamilienhauses: In Deutschland dürften 2026 weniger Wohnungen fertig werden als im ohnehin schwachen Vorjahr. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)

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In vielen Städten fehlen Wohnungen, doch die Zahl der Neubauten sinkt weiter. Das Ifo-Institut rechnet 2026 nur mit 185.000 Fertigstellungen.

Trotz Wohnraummangels in vielen Ballungsgebieten werden in Deutschland nach Angaben des Ifo-Instituts in diesem Jahr voraussichtlich weniger Wohnungen als im Vorjahr gebaut. Zu erwarten seien 185.000 Wohnungsfertigstellungen, teilte das Münchener Forschungsinstitut am Donnerstag auf Grundlage einer Prognose der europäischen Forschergruppe Euroconstruct mit. Im vergangenen Jahr waren laut Statistischem Bundesamt knapp 207.000 Wohnungen fertiggestellt worden – so wenige wie seit 2012 nicht mehr.

Die Zahlen liegen weit unter dem, was nötig wäre: Schon die Ampelkoalition war an ihrem Vorhaben gescheitert, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu schaffen. Die aktuelle Bundesregierung nennt in ihrem Koalitionsvertrag keine konkrete Zielmarke mehr, hat aber dennoch bereits Maßnahmen eingeleitet – unter anderem mit dem sogenannten Bau-Turbo, der Genehmigungen erleichtern und vor allem Nachverdichtungen in bestehenden Wohngebieten beschleunigen soll. Zudem legte Bauministerin Verena Hubertz (SPD) einen Aktionsplan zur Senkung der Baukosten vor, der Verfahren vereinfachen, Förderungen übersichtlicher machen und Investitionen erleichtern soll.

  • Großbaustelle Wohnungsbau: 320.000 Wohnungen jährlich nötig
  • „Schockierend niedrig“: Wohnungsbau bricht ein

Bundesregierung hat nur begrenzt Einfluss

Der Handlungsspielraum der Politik ist allerdings begrenzt: Ob gebaut wird, hängt auch von äußeren Faktoren wie globalen Krisen ab, die wiederum Auswirkungen auf Zinsen und Baukosten haben. Ifo-Branchenexperte Ludwig Dorffmeister erklärt dazu: „Die Aussichten für den Wohnungsbau in Deutschland hatten sich bis zum Februar zwar etwas aufgehellt. Der Iran-Krieg und die anziehende Bauinflation dürften den Projektentwicklern und Häuslebauern das Leben aber wieder erschweren.“

Für 2027 wird demnach ein Anstieg auf 195.000 Fertigstellungen erwartet. 2028 dürfte die Zahl mit 210.000 Einheiten den Wert von 2025 „erstmals wieder leicht überschreiten“, erklärte das Ifo-Institut. Dennoch bleibe das Niveau etwa 17 Prozent unter dem Stand von 2024. „Zu den Gründen für die sehr langsame Erholung zählt auch die lange Zeitspanne zwischen Genehmigung und Fertigstellung, die sich seit Beginn dieses Jahrzehnts um etwa ein halbes Jahr auf 27 Monate vergrößert hat“, erklärte Dorffmeister.

Für den europäischen Wohnungsbau rechnet die Expertengruppe mit einer „moderaten Ausweitung“ der Bauaktivitäten in den kommenden Jahren. Der Prognose zufolge werden 2028 dann insgesamt 1,57 Millionen Einheiten fertiggestellt. „In Ländern wie Spanien, Frankreich und Großbritannien dürften in den kommenden Jahren deutlich mehr Wohnungen fertig werden, während es für Deutschland und Italien allenfalls leicht nach oben geht“, erläuterte Dorffmeister. Insgesamt wird die europäische Bauwirtschaft laut der Euroconstruct-Prognose von 2026 bis 2028 um jeweils zwei Prozent pro Jahr expandieren.

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