Leihmutterschaftsaffäre
Jens Spahn tritt als Unions-Fraktionschef zurück
Aktualisiert am 18.07.2026 – 14:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Fraktionschef der Union im Bundestag, Jens Spahn, ist zurückgetreten. Das geht aus einem Schreiben an die Fraktion hervor.
Jens Spahn hat seinen Rücktritt als Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag erklärt. In einem Schreiben an die Fraktion vom Samstag, das t-online vorliegt, schreibt er: „Ich habe die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, darüber informiert, dass ich mit diesem Schreiben an unsere Fraktion von meinem Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurücktrete.“
In den vergangenen Tagen sei ihm klar geworden, dass der Wunsch, mit seinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, „nicht vereinbar ist mit meinem politischen Amt“. Der Spagat zwischen seiner „privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft“ und der Erwartung an ihn als Fraktionsvorsitzenden sei „größer geworden, als ich es erwartet hätte“, heißt es in dem Schreiben weiter.
„Menschlich im Ton bleiben“: Spahn appelliert an Fraktion
Spahn beklagt in dem Brief zudem die „zunehmende Unerbittlichkeit in der öffentlichen Auseinandersetzung“. Sie habe ihn „nachdenklich gemacht“, schreibt er und appelliert: „Lasst uns bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer auch menschlich im Ton bleiben.“ Das zeichne christlich-demokratische Volksparteien der Mitte aus.
Zuvor hatten verschiedene Medien berichtet, Bundeskanzler Friedrich Merz hätte Spahn in einem Telefonat, an dem auch CSU-Chef Söder teilgenommen habe, zum Rücktritt aufgefordert.

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Hintergrund ist die Elternschaft des Politikers: Spahn und sein Ehemann Daniel Funke hatten am Mittwoch bekannt gegeben, Eltern eines Sohnes geworden zu sein, den eine Leihmutter in den USA zur Welt gebracht hatte. In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten, die CDU lehnt eine Legalisierung ab – so wie in der Vergangenheit auch Spahn selbst. Daraus erwächst der Vorwurf der Doppelmoral.











