Kölsche Comedian
„Wenn es das alles nicht gäbe“: So geht es Gaby Köster heute
14.07.2026 – 05:40 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein Schlaganfall beendete ihre Karriere, heute sitzt Gaby Köster im Rollstuhl. Über ihre Lage spricht sie offen – und richtet drastische Worte an die Politik.
Gaby Köster blickt mit Sorge in ihre Zukunft. „Also finanziell muss ich sagen: Ja, ich vermisse das Fernsehen. Ich habe auch wirklich Panik, wie es weitergeht“, sagte die Schauspielerin und Komikerin aus Köln im Interview der Nachrichtenagentur dpa. Im Jahr 2008 beendete ein Schlaganfall ihre erfolgreiche Karriere jäh. Heute ist die Kölnerin auf einen Rollstuhl angewiesen. Inzwischen plagen die Komikerin echte Geldsorgen.
Ihre Pflegesituation belastet sie. „Ich hab‘ Pflegestufe zwei und kann mir selber nichts kochen, zum Beispiel. Aber wenn ich der Krankenkasse sage, ich brauche eine höhere, heißt es, ich sei nicht dement genug und der Schlaganfall auch schon lange her. Ich wiege noch 58 Kilo bei 1,76 und das ist alles nicht lustig“, sagte sie..
Gaby Köster fühlt sich von der Politik im Stich gelassen
Ohne Unterstützung aus ihrem Umfeld sähe ihre Lage anders aus: „Ich habe eine Reinigungsfrau und jemand, der für mich einkaufen geht, und habe eine unfassbar liebenswerte Nachbarin, die sich auch ein bisschen um mich kümmert. Wenn es das alles nicht gäbe, würde ich jetzt hier nicht sitzen, sondern wahrscheinlich in einer Urne.“
Von der Politik fühlt sie sich im Stich gelassen. „Ich habe in meinem Leben ich weiß nicht wie viel an Steuern bezahlt. Und so kann man nicht mit Menschen umgehen.“
Köster: Jeder Politiker sollte eine Pflegeschicht machen
Köster fordert von der Politik ein Umdenken beim Thema Pflege. „Ich wünsche mir, dass alle Politiker mindestens mal eine Schicht von den Pflegekräften machen. Und dann sollen sie mal das Maul aufmachen. Applaus für Pflegepersonal reicht nicht, da können die weder Miete von zahlen noch sich ernähren oder ihre Kinder anständig beaufsichtigen.“ Die Menschen in Pflegeheimen hätten alle lange für dieses Land gearbeitet – wie sie jetzt behandelt würden, das gehe nicht.
Einen weiteren Wunsch formuliert sie drastisch: „80 Prozent aller Menschen, die in Pflegeheimen und Krankenhäusern arbeiten, sind Ausländer. Und ich freue mich auf den Tag, wenn ein AfDler irgendwo rumliegt und dann auf eine Brasilianerin angewiesen ist, die ihm hoffentlich den Arsch mit Schmirgelpapier abwischt.“
Gaby Köster im Kinofilm „Was haben wir gelacht“ zu sehen
Von diesem Donnerstag an ist Köster in dem Dokumentarfilm „Was haben wir gelacht“ im Kino zu sehen, der sich mit dem Frauenbild in deutschen Fernsehshows der 1990er- und frühen 2000er-Jahre auseinandersetzt. Die Komikerin galt damals als Pionierin, war zum Beispiel meist die einzige Frau in der RTL-Show „7 Tage – 7 Köpfe“.











