Seltene Infektion mit fatalem Ausgang
Fledermaus weckt Jungen – Wochen später ist er tot
01.07.2026 – 12:14 UhrLesedauer: 3 Min.
Keine Bisswunde, keine Kratzer – trotzdem starb ein Kind in Kanada an Tollwut. Könnte so etwas auch in Deutschland passieren? Und wie schützt man sich?
Als der Elfjährige die Augen aufschlug, saß eine Fledermaus auf seinem Mund und seiner Nase. So begann die tragische Geschichte eines Jungen aus Ontario, der Wochen später an Tollwut starb – obwohl ihn das Tier anscheinend nicht einmal gebissen hatte.
Der Junge hatte mit seiner Familie in einer Ferienhütte übernachtet, als er in der Nacht von der Fledermaus auf seinem Gesicht geweckt wurde. Weil anschließend weder Bissspuren noch Kratzer zu erkennen waren, sah die Familie keinen Anlass, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Knapp drei Wochen später klagte der Junge über eine Reihe von Beschwerden, deretwegen die Familie ihn ins Krankenhaus brachte. Dort bestätigte sich der Verdacht: Die Symptome – Taubheitsgefühle und Missempfindungen im Gesicht, später Appetitlosigkeit, schmerzhaftes Schlucken und eine Schwellung der Gesichtshälfte – waren Anzeichen einer Tollwut-Infektion.
Tollwut ist eine durch Viren verursachte und von verschiedenen Säugetieren (etwa Hunden, Füchsen und Fledermäusen) auf den Menschen übertragbare Krankheit. Einmal ausgebrochen, führt sie nahezu immer zum Tod – so auch bei dem Jungen aus Kanada. Trotz intensivmedizinischer Behandlung starb er wenig später.
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Auch in Deutschland eine Gefahr?
Der Fall wurde nun von Ärzten in einem kanadischen Fachmagazin beschrieben, auch um daran zu erinnern, dass selbst unauffällige Fledermauskontakte gefährliche Konsequenzen haben können.
Hierzulande ist das Tollwut-Risiko insgesamt gering, aber nicht gleich null. Deutschland gilt zwar seit 2008 als frei von der klassischen Tollwut bei Füchsen und Hunden. Heimische Fledermäuse können aber andere, eng verwandte Lyssaviren übertragen, die beim Menschen ebenfalls eine tödlich verlaufende Tollwut-Erkrankung auslösen können.
Fledermäuse können die Erreger auch dann übertragen, wenn Biss- oder Kratzverletzungen kaum oder gar nicht sichtbar sind. Besonders kritisch ist direkter Kontakt des Tieres mit Schleimhäuten, etwa an Mund, Nase oder Augen. Genau das war bei dem Jungen aus Kanada vermutlich der Fall.
Wie kann ich mich schützen?
Wichtig ist, Fledermäuse nicht mit bloßen Händen anzufassen. Wer beruflich oder regelmäßig engen Kontakt zu den Tieren hat – etwa in der Fledermausforschung oder im Naturschutz –, sollte sich vorsorglich gegen Tollwut impfen lassen. Diese vorbeugende Impfung empfiehlt auch die Ständige Impfkommission für Menschen mit erhöhtem Risiko.
Kommt es doch zu einem Kontakt – etwa durch einen Biss oder Kratzer, aber auch wenn eine Fledermaus mit verletzter Haut oder den Schleimhäuten von Mund, Nase oder Augen in Berührung gekommen ist –, ist rasches Handeln entscheidend:










