Hämorrhoiden Grad 1: Behandlung oft nicht notwendig
Unbehandelt können Hämorrhoiden – je nach Schweregrad – verschiedene Beschwerden verursachen. Leicht vergrößerte Gefäßpolster werden unter Umständen von den Betroffenen nicht bemerkt. Treten Symptome auf, sind sie meist gering ausgeprägt. Es können hin und wieder Juckreiz und stuhlbedingte leichte Blutungen auftreten.
Bei Grad eins ist oftmals noch keine Behandlung notwendig. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen die Beschwerden als nicht störend empfinden. Verstopfung sollte vorgebeugt werden, um einer Verschlechterung entgegenzuwirken. Über eine angepasste Ernährung kann der Stuhl weicher und gleitfähiger werden. Das erleichtert den Stuhlgang und verringert Reizungen der Hämorrhoiden. Im ersten Stadium lassen sich Hämorrhoiden unkompliziert über Veröden behandeln.
Hämorrhoiden Grad 2: Symptome nehmen zu
Bei Grad zwei nimmt das Beschwerdebild weiter zu. Brennen und Nässen können hinzukommen. Entzündungen im Analbereich häufen sich, da die verletzte und durch das Nässen aufgeweichte Haut anfälliger für Keime wird. Außerdem fühlen sich Keime in einem feuchten Milieu wohl und vermehren sich. Betroffene klagen oft über starken Juckreiz. Eine gute Analhygiene kann die Beschwerden häufig lindern.
Dennoch fühlen sich die Betroffenen durch die Symptome zunehmend belastet. Das Gefühl unvollständiger Darmentleerung nach dem Toilettengang ist unangenehm. Druck- und Fremdkörpergefühle können auftreten. Ebenso kann es sein, dass sich die Gefäßpolster vorübergehend aus dem After herausdrücken – sich dann aber von selbst wieder zurückziehen. Grad-2-Hämorrhoiden werden meist mit einer Gummibandligatur behandelt: Sie werden gezielt abgebunden. Ohne Durchblutung fallen sie nach einiger Zeit von selbst ab.
Hämorrhoiden Grad 3: Hämorrhoiden treten hervor
Bei Grad drei treten die vergrößerten Hämorrhoiden bei jedem Stuhlgang aus dem After heraus. Auch leichtere körperliche Anstrengung kann sie nach außen treten lassen. Sie ziehen sich nicht von allein wieder zurück. Mit der Hand lassen sie sich in den Darm zurückschieben. Symptome wie Juckreiz, Brennen, Nässen, aber auch Druckgefühle nehmen zu. Bei Blähungen können zunehmend geringe Mengen Stuhl und Schleim abgehen.
Das Risiko für Schmerzen aufgrund möglicher Komplikationen steigt: So können die krankhaft vergrößerten Hämorrhoiden von Einrissen im Afterbereich (Analfissur) oder nässenden Geschwüren (Analekzeme) begleitet sein. Schorf, Bläschen und sogar Eiterabszesse können sich bilden. Aus einer Analfissur können Analfisteln entstehen. Dabei handelt es sich um unnatürliche Gänge zwischen Darm und Hautoberfläche. Bei Hämorrhoiden Grad vier wird operativ behandelt. Die stark vergrößerten Gefäßpolster werden chirurgisch entfernt.
Hämorrhoiden Grad 4: Risiko für Analvenenthrombose
Bei Grad drei und vier nimmt mit den Beschwerden zudem das Risiko für eine Analvenenthrombose zu. Da die Gefäßpolster durch das Heraustreten aus dem After zeitweise eingeklemmt beziehungsweise abgeklemmt werden, können sich Blutgerinnsel bilden. Laut dem Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten (BDI) ist die Analthrombose als blauschwarzer praller Knoten neben dem After sichtbar. Die Betroffenen haben starke Schmerzen und das Sitzen kann unmöglich werden.











