Borreliose durch Zecken
In diesen Regionen ist das Infektionsrisiko am höchsten
01.07.2026 – 14:07 UhrLesedauer: 3 Min.
Mehr als 138.000 Menschen erhielten 2024 erstmals die Diagnose Borreliose. Neue Daten zeigen bei der Infektionskrankheit deutliche regionale Unterschiede.
Wer häufig Spaziergänge im Grünen unternimmt, sollte sich vor Zecken schützen. Denn die kleinen Parasiten können Borreliose übertragen – die häufigste durch Zecken verursachte Infektionskrankheit in Europa. Neue Auswertungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zeigen nun: Das Erkrankungsrisiko ist in Deutschland nicht überall gleich. Besonders betroffen sind Ostdeutschland und Bayern.
Der Auswertung zufolge diagnostizierten Ärzte im Jahr 2024 bei 138.107 gesetzlich Versicherten erstmals eine Lyme-Borreliose. Das entspricht bundesweit 221 Neuerkrankungen je 100.000 Versicherte. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 207.
Was genau ist Borreliose?
Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die nach einem Zeckenstich auftreten kann. Benannt ist sie nach ihrem Auslöser, den Borrelien. Das sind Bakterien, die manche Zecken in sich tragen und die beim Stich auf den Menschen übergehen können. Breitet sich die Erkrankung im Körper aus, kann sie zu gefährlichen Entzündungen in verschiedenen Organen führen – etwa in Gelenken, Nerven und im Herzmuskel. Mehr zu den Ursachen, Symptomen und der Behandlung von Borreliose erfahren Sie hier.
Sachsen führt die Statistik an
Die höchsten Erkrankungsraten registrierte das Zi in den ostdeutschen Bundesländern sowie in Bayern. Spitzenreiter war Sachsen mit 361 Neuerkrankungen pro 100.000 Versicherte. Dahinter folgten Thüringen (342), Bayern (311), Brandenburg (310), Mecklenburg-Vorpommern (310) und Sachsen-Anhalt (284).
Auf Kreisebene lagen die höchsten Werte im Landkreis Freyung-Grafenau in Bayern mit 703 Fällen je 100.000 Einwohner sowie im Saale-Holzland-Kreis in Thüringen mit 639 Fällen. Auch Teile Niederbayerns, Thüringens und Sachsens entlang der Grenze zu Tschechien wiesen besonders hohe Erkrankungszahlen auf.
Deutlich niedriger fiel das Risiko dagegen in vielen westdeutschen Regionen aus. Im KV-Bereich Nordrhein wurden lediglich 116 Fälle je 100.000 Versicherte registriert. Größere Gebiete mit vergleichsweise niedrigen Erkrankungsraten fanden sich vor allem in Nordrhein-Westfalen. Neben Borreliose können Zecken auch die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Wo die Risikogebiete sind und wie Sie sich schützen, erfahren Sie in diesem Artikel.
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?
Die Daten der aktuellen Auswertung stammen aus den vertragsärztlichen Abrechnungen und beziehen sich ausschließlich auf gesetzlich Versicherte. Zahlen zu Privatversicherten fehlen in der Statistik. Laut dem Robert Koch-Institut können Analysen von Abrechnungsdaten zudem aufgrund von klinischen Fehldiagnosen oder falscher Codierung zu fehlerhaften Schätzungen führen. Allgemein lagen unterschiedliche wissenschaftliche Studien zur Schätzung der jährlichen Zahl der Borreliosefälle in der Vergangenheit etwa zwischen 100 und 300 Fällen pro 100.000 Einwohner.
Warum die Fallzahlen regional so unterschiedlich sind
Warum Menschen in manchen Regionen deutlich häufiger erkranken, lässt sich nicht auf einen einzelnen Grund zurückführen. Nach Einschätzung des Zi spielen jedoch auch klimatische Bedingungen eine wichtige Rolle.
Mildere Winter sowie warme und feuchte Perioden vom Frühjahr bis in den Herbst verlängern die Zeit, in der Zecken aktiv sind. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Parasiten. Dadurch treffen Menschen häufiger auf Zecken und das Risiko einer Infektion nimmt zu.
Zi-Vorstandsvorsitzender Dominik von Stillfried mahnt daher, dass präventive Maßnahmen im Gesundheitsschutz immer wichtiger werden. Allgemeine Schutzmaßnahmen gegen Zecken sind etwa lange Kleidung im Freien, Zeckenschutzmittel und die regelmäßige Absuche nach Zecken.










